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    Gutachten bescheinigt Private Equity positive Auswirkungen

    Am gestrigen Mittwoch hat die Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM) ein neues Gutachten über Finanzinvestoren im Medienbereich veröffentlicht. Private Equity-Gesellschaften, die in der Vergangenheit in Medienunternehmen investiert haben, waren zuletzt vermehrt in die Kritik geraten. Drastisches Gewinnstreben würde der Programmvielfalt zuwiderlaufen – so lautete nur einer der Vorwürfe gegenüber der Branche. Auch daraus entstand bald die Forderung nach einer stärkeren Regulierung diese Bereichs.
    Das gestern im Rahmen einer Pressekonferenz in Berlin vorgestellte Gutachten trägt zur Versachlichung der Debatte bei und erbrachte insgesamt sehr positive Ergebnisse für die Private Equity-Branche. Als Referenten waren die Autoren des Gutachtens, Prof. Dr. Christoph Kaserer (TU München) und Dr. Wolfgang Schulz (Direktor des Hans-Bredow-Instituts für Medienforschung), sowie Thomas Langheinrich (Vorsitzender Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten) anwesend. Der Tenor alle Beiträge lautete: Die Strategien von Finanzinvestoren unterscheiden sich im Kern nicht von den Strategien strategischer Investoren. Im Zentrum der Analysen standen die Fallstudien ProSiebenSat.1, Premiere und Kabel Deutschland. Auf diese Beispiele stützt sich die Untersuchung und kommt zu dem Ergebnis, dass das Engagement von Private Equity zu einem deutlich gestiegenen Cashflow bei den Unternehmen geführt hat, der nicht primär auf kurzfristige Kostensenkungen zurückzuführen ist. Außerdem wurde festgestellt, dass die Investitionen nicht zurückgefahren, im Fall von Kabel Deutschland sogar ausgeweitet wurden. Auch die Personalaufwandsquote hat sich bei den untersuchten Unternehmen erhöht. Verglichen mit der RTL-Gruppe stellten die Verfasser des Gutachtens bei ProSiebenSat.1 keine nennenswerten Unterschiede bezüglich Programmaufwand und Programminhalten fest. Damit belegte Kaserer seine These, dass der Einstig von Private Equity-Gesellschaften bei Medienunternehmen in der Regel nicht zu einer Einschränkung des Programmangebots führt.
    Laut Dr. Schulz haben private Kapitalbeteiligungen nur insofern bedenkliche Auswirkungen auf die Finanzstruktur von Medienunternehmen, als dass nach der Übernahme eines Medienunternehmens durch einen Private Equity-Investor die Fremdkapitalanteilsquote deutlich ansteigt. Als Beispiel wurde die Verschuldungsquote der RTL-Gruppe (40 Prozent) der von ProSieben Sat.1 (80 Prozent) gegenübergestellt. Daher bestünde laut Schulz die Gefahr dass „die Wertmaximierungsstrategie und der Schuldendienst bei hohen Fremdfinanzierungsquoten zu Sparzwängen auch im Programmbereich führen könnte“. Wie die obigen Ausführungen zeigen, belegen die untersuchten Fälle dies jedoch nicht.
    Um negative Auswirkungen (z.B. Verschuldung und dem unvorhersehbaren Zeitpunkt des Ausstiegs der Anteilskapitalgeber) wirksam begegnen zu können, schlagen die Autoren des Gutachtens so genannte Leistungskataloge vor, die von der Politik entwickelt werden müssten.
    Eine Zusammenfassung des Gutachtens sowie das komplette Gutachten sind unter www.alm.de zu finden.



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