Internationales Berliner Wirtschaftsgespräch über Herausforderungen für die Kapitalmarktregulierung
Die internationale Rechtsanwaltssozietät Wilmer Cutler Pickering Hale and Dorr LLP veranstaltet seit 1996 gemeinsam mit der Humboldt-Universität zu Berlin jährlich das Internationale Berliner Wirtschaftsrechtsgespräch. Die eintägige Konferenz lädt zum Dialog zwischen Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik und schlägt eine Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis.
Die Veranstaltung wird traditionell mit dem Vortrag einer hochrangigen Persönlichkeit des öffentlichen Lebens eröffnet. In diesem Jahr hielt Dr. Alexander Dibelius, Chairman von Goldman Sachs in Deutschland die Keynote. Zentrales Thema des 13. Wirtschaftschaftsgespräches waren die aktuellen Entwicklungen auf den Kapitalmärkten, Regulierungsansätze und deren Grenzen.
Dr. Dibelius legte in seiner Rede den Schwerpunkt auf die internationalen Kapitalmärkte im Spannungsfeld der Finanzkrise. „Die Finanzmarktkrise hat gezeigt, wo wir etwas in der regulatorischen Struktur verbessern können. Maßnahmen müssen sich gezielt auf Defizite in der Risikosteuerung richten und dürfen die Selbstheilungskräfte des Marktes nicht untergraben.“
Prof. Dr. Kaserer von der TU München betonte, dass trotz der aktuellen Regulierungsansätze, die wegen der Risiken durch aggressive Einflussnahmen von Investoren entstanden seien, die positiven Einflüsse und die Notwendigkeit von Finanzinvestoren überwiegen würden. Wie er anhand von empirischen Belegen zeigte, seien die Aktivitäten von Private Equity Fonds, Hedge Fonds überwiegend wertsteigernd und somit auch gesamtwirtschaftlich erwünscht.
In dem sich anschließenden Vortrag erläuterte WilmerHale Partnerin Elizabeth Derbes aus der Financial Services Praxis der Sozietät in New York, welche Lehren aus der Subprime-Krise in den USA bereits gezogen wurden. „Sowohl in den USA als auch in Europa wird die Prüfung systemischer Risiken intensiviert werden, insbesondere hinsichtlich der Liquiditäts-versorgung in Krisenzeiten. Außerdem werden die Vorschriften eines Anlegerschutzes überprüft und verschärft werden.“
Das von WilmerHale Partner Dr. Roland Steinmeyer moderierte Nachmittagspanel mit Dr. Hanns Ostmeier vom BVK, MinDg. Dr. Thorsten Pötzsch aus dem Finanzministerium und Dr. Kaspar Krolop von der Humboldt Universität zu Berlin beleuchtete im Detail die aktuellen Regierungsentwürfe im Bereich der Kapitalmarktregulierung.
Frau Prof. Dr. Christine Windbichler von der Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin fasste die wesentlichen Ergebnisse der Konferenz zusammen und betonte hierbei: „Finanzmärkte sind zwar komplex, aber nicht dämonisch. Es gilt, belegbare Schwachstellen von gefühlten Befürchtungen abzugrenzen. Rechtsregeln sind organisatorische Markthilfen und unterstützen Entscheidungsprozesse, vor allem durch Informationsregeln. Die aktuellen und in Abstimmung befindlichen Rechtsnormen sind an dem Ziel zu messen, dass der „Marktplatz“ des Finanz- und Kapitalmarkts funktioniert.“
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