Max Römer und Andreas Fendel sind Gründer der Quadriga-Capital-Gruppe, einer seit 1995 erfolgreich in Deutschland aktiven Private Equity-Gesellschaft. Im Unternehmergespräch der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) vom 16.6. beleuchten Sie Ihren Alltag als Beteiligungsmanager. Jüngst haben sie den Jahrespreis der besten deutschen Private Equity-Gesellschaft erhalten – und dies in einer Zeit, in der die Lage auf den weltweiten Finanzmärkten angespannt ist. Quadriga muss – trotz der aktuellen Situation – seine Beteiligungsstrategie nicht ändern, so Fendel. “Aber wir spüren die Kreditkrise und die veränderten Finanzierungskonditionen der Banken”. Die Krise biete den Private Equity-Gesellschaften jedoch auch Chancen, Unternehmen günstig zu erstehen. “Es bahnen sich für die zweite Jahreshälfte zahlreiche Transaktionen an, und zwar zu sogar erstaunlich hohen Bewertungen.”, berichten die Private Equity-Manager.
Quadriga Capital, die vor mehr als 20 Jahren zu den ersten unabhängigen Beteiligungsgesellschaften in Deutschland gehörte, hat drei Private-Equity-Fonds aufgelegt, in die internationale Kapitalgeber für jeweils 12 Jahre investiert haben.
In der heutigen Ausgabe des Tagesspiegel spricht Alexander Dibelius, Deutschland-Chef der US-Investment-Bank Goldman Sachs, unter anderem über die Finanzkrise und die Zukunft der Private Equity-Branche. Laut Dibelius ist – trotz aller Unruhen auf den weltweiten Finanzmärkten – die Zeit großer Private Equity-Transaktionen nicht vorbei. Im Gegenteil: Im Jahr 2007 war das Niveau der Transaktionen so hoch wie im Jahr 2000.
Für die Zukunft der Finanzmärkte ist Dibelius verhalten optimistisch. Nach Jahren äußerst positiver Entwicklungen an den Märkten, sei es nicht unüblich, nun auch schwierige Phasen zu erleben. Exponentielle Entwicklungen können sich nirgendwo unendlich fortsetzen. “Wir werden sicher noch einige Quartale mit erheblichen Belastungen erleben”, so Dibelius. Aber seiner persönlichen Ansicht nach steht die Branche am Anfang vom Ende der Krise.
In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) vom 12. Juni 2008 schreibt Autor Daniel Schäfer in seinem Artikel “Rehabilitation der Heuschrecken” über den Imagewandel der Private Equity-Branche: “Gut drei Jahre nachdem der damalige SPD-Vorsitzende Franz Müntefering Private- Equity-Fonds als Heuschrecken geißelte, sind diese ein akzeptierter und etablierter Teil der deutschen Wirtschaft und Finanzbranche geworden”, so Schäfer. Das belegt er unter anderem am Fall des Mischkonzerns Evonik, der jüngst vom Private Equity-Investor Cinven Capital übernommen wurde. Evonik wirbt in diesem Tagen mit großformatigen Anzeigen mit der Aufschrift “Freuschrecken” in verschiedenen Tageszeitungen.
Die Beteiligungsbranche in Deutschland finanziert Unternehmen, die 1,1 Millionen Mitarbeiter beschäftigen und 195 Milliarden Euro umsetzen. Darunter sind nicht nur prominente Großkäufe, sondern auch Familienunternehmer nutzen Beteiligungsfonds, um ihre Nachfolge zu regeln, Mittelständler finanzieren mit ihnen einen Wachstumsschritt.
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