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    Hermann Otto Solms: Deutschland braucht Private Equity

    Der finanzpolitische Sprecher der FDP, Hermann Otto Solms, spricht sich in der heutigen Ausgabe des Handelsblatt für Private Equity als Stütze des deutschen Mittelstands aus. In seinem Gastbeitrag plädiert er für privates Beteiligungskapital, da es angesichts der Finanzmarktkrise oft die einzige Finanzierungslösung für den Mittelstand darstellt. Außerdem entkräftigt er den Vorwurf, Beteiligungsgesellschaften würden heuschreckenartig Unternehmen ausplündern. Tatsächlich nämlich verdient Private Equity seine Rendite durch „langfristige positive Entwicklung der Portfoliounternehmen – nicht durch Wetten auf kurzfristige Trends“, so Solms.

    Den vollständigen Gastkommentar finden Sie hier.

    Aktuelle Studie: Die besten Private Equity-Gesellschaften schlagen die besten börsennotierten Unternehmen

    Trotz der gegenwärtigen Unruhen auf den globalen Kreditmärkten wird Private Equity auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen, so eine aktuelle Studie von The Boston Consulting Group (BCG) und der IESE Business School in Barcelona (IESE). Auch wenn zuletzt vermeldete Rekordrenditen das Gegenteil suggerieren: Risikobereinigt erzielen Private-Equity-Firmen im Durchschnitt keine bessere Performance als börsennotierte Unternehmen. Überraschend ist aber, dass die besten Private Equity-Gesellschaften dauerhaft Spitzenwerte erreichen, während selbst Top-Börsenwerte nach fünf bis sieben Jahren zum Marktdurchschnitt tendieren. In ihrer Studie haben BCG und IESE Investitionen in 218 Private-Equity-Fonds zwischen den Jahren 1979 und 2002 mit entsprechenden Investitionen an der Börse verglichen.

    Die vollständige Studie kann auf der Website der Boston Consulting Group abgerufen werden.

    Rezzo Schlauch: Private Equity als Chance für den Mittelstand

    Rezzo Schlauch, Bündnis `90 Die Grünen und Parlamentarischer Staatsekretär unter Wolfgang Clement, äußerte sich in der Handelsblattausgabe vom 6. April 2009 über die „doppelzüngigen“ Äußerungen aus der Politik über Private Equity.

    So veranlasse die Krise vereinzelte Politiker einmal mehr, das verstaubte Image von Münteferings „Heuschrecken“ erneut auf ihre Agenda zu setzen. Die Äußerungen, mit denen sich Politiker im Superwahljahr 2009 hervorzuheben versuchen, seien teilweise paradox, so Schlauch. So brüstet sich mancher Politiker, dass keine „Heuschrecke“ über die eigene Büroschwelle komme, jedoch begrüße man ausdrücklich den Einstieg von Abu Dhabi an Daimler. Auch für die Rettung von Opel sei der Einstieg eines Finanzinvestors die nötige Voraussetzung. Schlauch hebt hervor, das Private Equity-Gesellschaften sich in Deutschland an 6.400 Betrieben mit mehr als einer Million Beschäftigten beteiligen. Eine Branche, so groß wie die der Automobilbranche.

    „Es gilt, schädliche und nützliche Heuschrecken auseinander zuhalten“, so Schlauch. Man müsse eine klare Trennung zwischen kurzfristig investierenden Hedge-Fonds ziehen und den langfristigen, den Unternehmen nutzbringenden Beteiligungsgesellschaften der Private Equity-Branche. Gerade in der gegenwärtigen Wirtschaftskrise sei kein Verlass auf das Kreditgeschäft der Banken. Schon 2002 bis 2004 waren die Folgen aufgrund zugedrehter Geldhähne verheerend. Private Equity-Gesellschaften als Eigenkapitalgeber können diese Lücke im Finanzierungsgeschäft für den Mittelstand in Deutschland schließen.

    Ein gesunder Beteiligungssektor sei wichtig. „Die Politik sollte das Biotop für gute Heuschrecken kultivieren – und für gierige limitieren“, so Schlauch.

    BVK informiert Mittelständler über Private Equity

    Mit einer neuen Veranstaltungsreihe wendet sich der BVK seit diesem Jahr direkt an mittelständische Unternehmer. Gemeinsam mit dem Wirtschaftsrat der CDU e.V. zeigten wir Firmenbesitzern anhand eines Unternehmens anschaulich die Vorteile Private-Equity-basierter Finanzierungsmodelle auf. Den Auftakt bildete der Informationsabend “Private Equity in der Praxis” am 5. März 2009, zu dem der BVK gemeinsam mit dem Wirtschaftsrat als politisch einflussreichem, unternehmerischem Berufsverband nach Stuttgart eingeladen hatte. Rund 80 Wirtschaftsrats-Mitglieder aus der Region Mittlerer Neckar haben die Gelegenheit genutzt, sich am Beispiel des Beteiligungskapital-finanzierten Maschinen- und Anlagenbauers Coperion praxisnah über Private Equity zu informieren.

    „Mit unserem Private Equity-Investor arbeitet unser Management sehr gut zusammen und gerade jetzt, wo viele mittelständische Unternehmen über fehlendes Kapital klagen, sind wir auch Dank der Deutschen Beteiligungs AG, unserem Finanzpartner, gut aufgestellt“, erklärte Günter Bachmann, CEO der Coperion-Gruppe, seinen Gästen. Im Stuttgarter Stammwerk, den USA und China stellt das süddeutsche Unternehmen Maschinen und Anlagenkomponenten für ganz unterschiedliche Branchen, wie etwa die Kunststoff- und Nahrungsmittelindustrie, her. Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) und ihre Parallelfonds erwarben Mitte 2007 Anteile des süddeutschen Maschinenbauers. Seither hat sich die Unternehmensbilanz der 2001 gegründeten Coperion-Gruppe überaus positiv entwickelt. So stieg der Umsatz gegenüber 2007 um 21 Prozent von rund 480 auf 581 Millionen Euro. „Ohne das Know-how und die Offenheit der DBAG für neue Investitionsprojekte wären viele Finanzierungsvorhaben schlichtweg unmöglich gewesen“, so Coperion-Chef Bachmann.

    Dr. Rolf Scheffels von der DBAG, der das Coperion-Engagement als Private Equity-Manager seit der ersten Stunde betreut, sagte, dass die Beteiligung an dem Stuttgarter Unternehmen zu den zehn größten seiner in Frankfurt ansässigen Gesellschaft zähle. Der Maschinenbauer besteht aus den einst vier unabhängigen Unternehmensteilen Werner & Pfeiderer, Waeschle, Keya und Hartmann und erst seit September vergangenen Jahres treten die vier Unternehmen unter der einheitlichen Marke Coperion auf. „Unser Ziel ist, die globale Präsenz der Marke Coperion in der Kunststoff-, Chemie-, Nahrungsmittel- und Aluminiumindustrie noch mehr als bisher zu stärken“, erläuterte Bachmann die jüngsten Umstrukturierungsmaßnahmen des Managements. Gerade im Bereich der nahrungsmittelverarbeitenden Industrie versuche die Gruppe derzeit, neue Märkte zu erschließen, so der 53-jährige Manager. Eine Strategie, die trotz wirtschaftlich schwieriger Zeiten kontinuierliche Investitionen erfordere, um das neu gebündelte Leistungsspektrum von Coperion weltweit erfolgreich abbilden und vermarkten zu können. Private Equity stelle hier schnell und unbürokratisch die nötigen Ressourcen bereit. Die DBAG unterstütze die Unternehmensführung bei all ihren Investitionsvorhaben nicht nur mit Kapital, sondern begleite den Maschinenbauer auch mit Management-Know-how, erklärte DBAG-Vorstand Dr. Scheffels. Auch Coperion-CEO Bachmann bestätigte: „Die DBAG hat als Private Equity-Investor bislang jede unserer vorgeschlagenen Managementmaßnahmen finanziert.“

    Nach der erfolgreichen Auftaktveranstaltung in Baden-Württemberg sind weitere Private-Equity-Informationsabende in anderen Bundesländern geplant. Auch der Wirtschaftsrat wird wieder als Gastgeber mit dabei sein, denn der Verband begrüßt die BVK-Initiative. So bilanzierte Steffen Beck, Mitglied des baden-württembergischen Landesvorstands und stellvertretender Vorsitzender der Sektion Stuttgart des Wirtschaftsrates: „Dass hiesige Unternehmen vor dem Hintergrund der Kreditklemme und der realwirtschaftlichen Rezession ihre Eigenkapitalbasis über eine Beteiligungsgesellschaft stärken, konnten unsere Mitglieder am Beispiel der Coperion-Gruppe eindrucksvoll nachvollziehen.“ Der BVK will sich nun an mittelständische Unternehmer in Nordrhein-Westfalen wenden. Denn nach wie vor ist es wichtig, Firmenbesitzer und vor allem auch Familiengesellschaften darüber zu informieren, dass Private Equity-Gesellschaften am nachhaltigen Erfolg ihrer Engagements interessiert sind.



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