Rezzo Schlauch: Private Equity als Chance für den Mittelstand
Rezzo Schlauch, Bündnis `90 Die Grünen und Parlamentarischer Staatsekretär unter Wolfgang Clement, äußerte sich in der Handelsblattausgabe vom 6. April 2009 über die „doppelzüngigen“ Äußerungen aus der Politik über Private Equity.
So veranlasse die Krise vereinzelte Politiker einmal mehr, das verstaubte Image von Münteferings „Heuschrecken“ erneut auf ihre Agenda zu setzen. Die Äußerungen, mit denen sich Politiker im Superwahljahr 2009 hervorzuheben versuchen, seien teilweise paradox, so Schlauch. So brüstet sich mancher Politiker, dass keine „Heuschrecke“ über die eigene Büroschwelle komme, jedoch begrüße man ausdrücklich den Einstieg von Abu Dhabi an Daimler. Auch für die Rettung von Opel sei der Einstieg eines Finanzinvestors die nötige Voraussetzung. Schlauch hebt hervor, das Private Equity-Gesellschaften sich in Deutschland an 6.400 Betrieben mit mehr als einer Million Beschäftigten beteiligen. Eine Branche, so groß wie die der Automobilbranche.
„Es gilt, schädliche und nützliche Heuschrecken auseinander zuhalten“, so Schlauch. Man müsse eine klare Trennung zwischen kurzfristig investierenden Hedge-Fonds ziehen und den langfristigen, den Unternehmen nutzbringenden Beteiligungsgesellschaften der Private Equity-Branche. Gerade in der gegenwärtigen Wirtschaftskrise sei kein Verlass auf das Kreditgeschäft der Banken. Schon 2002 bis 2004 waren die Folgen aufgrund zugedrehter Geldhähne verheerend. Private Equity-Gesellschaften als Eigenkapitalgeber können diese Lücke im Finanzierungsgeschäft für den Mittelstand in Deutschland schließen.
Ein gesunder Beteiligungssektor sei wichtig. „Die Politik sollte das Biotop für gute Heuschrecken kultivieren – und für gierige limitieren“, so Schlauch.

