Die British Private Equity and Venture Capital Association (BVCA) hat einen neuen Beirat für verantwortungsbewusstes und nachhaltiges Investieren (Responsible Investment Advisory Board) ins Leben gerufen. Der Beirat besteht aus erfahrenden Private Equity-Managern und Experten für nachhaltiges Investment. “Private Equity- und Wagniskapitalfirmen investieren in Unternehmen aus allen Bereich, sie beschäftigen tausende von Arbeitnehmern. Da wir Teil des Wirtschaftslebens des Landes sind, ist es entscheidend, dass Private Equity- und Venture Capital-Unternehmen das Engagement für verantwortliches Investment vertiefen”, sagte Wol Kolade, neuer Vorsitzender des Beirats. Auch Simon Walker, Präsident der BVCA, begrüßte die Schaffung des neuen Rats: “Für die BCA ist das eine spannende Entwicklung”, sagte er. Walker kündigte an, noch in diesem Jahr eine Erhebung in Auftrag geben zu wollen, die die Beschäftigung der Verbandsmitglieder mit diesem Thema untersuchen soll. Außerdem soll ein Forum ins Leben gerufen werden, das sich damit befasst, welchen Einfluss ökologische, soziale und politische Belange auf die Private Equity-Branche haben.
Die Große Koalition aus CDU/CSU und SPD hat sich darauf verständigt, mittelständische Unternehmen um mehrere hundert Millionen steuerlich zu entlasten. CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer sagte heute, Union und SPD hätten sich auf “deutliche Korrekturen” bei der Unternehmensteuer verständigt, sowohl bei der Zinsschranke als auch bei den Verlustverrechnungsmöglichkeiten. Die Änderung bei der Zinsschrankenregelung habe ein Volumen von 60 Millionen Euro, die Erweiterungen bei den Verlustvorträgen für Unternehmen ein Volumen von 565 Millionen Euro jährlich, wie Ramsauer erklärte. Die Maßnahmen seien allerdings auf 2009 und 2010 beschränkt, hieß es weiter. Insgesamt rechnet der Bund durch die Korrekturen mit Steuerausfällen in Höhe von drei Milliarden Euro. In diesem Paket enthalten sind auch die Steuererleichterungen beim Dieselkraftstoff für die Land- und Forstwirtschaft, die bereits gestern bekannt geworden sind. Das Geld soll durch neue Schulden refinanziert werden. Ramsauer erklärte, die Steuererleichterungen seien am vergangenen Mittwoch zwischen ihm, den Fraktionsvorsitzenden von SPD und Union, Peter Struck und Volker Kauder (CDU), sowie von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) verabredet worden.
Die deutsche Biotech-Branche leidet unter erheblichen Finanzierungsengpässen. Private Unternehmen aus diesem Industriesektor erhielten im vergangenen Jahr lediglich 198 Millionen Euro von Risikokapitalgebern oder Private Equity-Investoren, im Vorjahr waren es noch 319 Millionen Euro. Die Risikokapitalfinanzierung ist damit auf den niedrigsten Stand seit 1999 gesunken. Zu diesen Ergebnissen kommt der zehnte deutsche Biotechnologie-Report der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst&Young (E&Y). Ohne die Beteiligung privater Großinvestoren wäre die Finanzierungssituation noch erheblich dramatischer. Nur noch rund 100 Millionen Euro Eigenkapital kamen im Jahr 2008 von klassischen Risikokapitalgebern. Fast die gleiche Summe wurde von privaten Investoren bereitgestellt. “Das klassische Modell der Risikokapital-Finanzierung wird im Biotech-Bereich zunehmend in Frage gestellt”, konstatierte Siegfried Bialojan, Leiter des Industriesektors Life Science bei E&Y. Gründe hierfür seien der sehr hohe Kapitalbedarf, der lange Finanzierungshorizont sowie ein signifikant höheres Risiko im Vergleich zu anderen Branchen. Knappere Finanzmittel schlugen direkt durch auf die Forschungs- und Entwicklungsausgaben: Während diese im Vorjahr noch stark – um 16 Prozent – gestiegen waren, wurde im abgelaufenen Jahr wieder gespart: die FuE-Ausgaben sanken um zwei Prozent von 986 auf 966 Millionen Euro.
Die Stimmung der deutschen Beteiligungsfinanzierer hat sich im ersten Quartal leicht verbessert. Nachdem die Branche im letzten Quartal 2008 den stärksten Einbruch seit Beginn der Umfrage im Jahr 2003 zu verzeichnen hatte, sei diese Stimmungsaufhellung umso bemerkenswerter, heißt es im German Private Equity Barometer (GPEB). Danach ist der Indikator für das Geschäftsklima im vergangenen Quartal um sechs Zähler gestiegen und liegt nun bei 5,2 Punkten. Der Geschäftsklimaindex für die deutsche Private Equity-Branche wird vierteljährlich gemeinsam vom Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) zusammen mit der KfW Bankengruppe ermittelt. Allerdings ist laut Barometer nicht für alle Segmente eine Stimmungsaufhellung zu verzeichnen: Der Anstieg des Indikators sei vor allem auf eine recht starke Aufwärtsbewegung für das Frühphasensegment des Beteiligungsmarktes zurückzuführen, während sich in der Spätphase der Abwärtstrend bei den Einschätzungen – wenn auch abgeschwächt – fortgesetzt habe. Besonders besorgniserregend sei die Befürchtung der Beteiligungsfinanzierer, dass die Innovationstätigkeit der Unternehmen nachlasse. BVK-Geschäftsführerin Dörte Höppner sagte dazu: “Deutschlands Zukunft wird maßgeblich von seiner Innovationsfähigkeit abhängen. Beteiligungskapital für innovative Unternehmen mit den entsprechenden Wachstumsaussichten kommt eine besondere volkswirtschaftliche Bedeutung zu. Es finanziert auch in Krisenzeiten in Technologien und Innovationen bei Gründern und im Mittelstand – dies zu unterstützen, sollte auch in Krisenzeiten Ziel der Politik sein.”
Die Frage nach der Existenz einer „Kreditklemme“ im Zuge der Finanzkrise ist derzeit eines der meist diskutierten Themen. Das Thesenpapier der Friedrich-Ebert-Stiftung nimmt diese Diskussion zum Anlass, um eine genauere Betrachtung der Finanzierungsbedingungen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) vorzunehmen. Das Papier stellt dar, inwieweit sich Finanzierungsbedingungen für KMU durch die Finanzkrise verschlechtert haben und schlägt konkrete Maßnahmen vor, welche geeignet sind, die Finanzierungssituation nachhaltig zu verbessern.
Eine wichtige Kernaussage des Thesenpapiers liegt in der Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Eigenkapitalversorgung der KMU. Dazu gehört zum einen die steuer- und gesellschaftsrechtliche Anpassung der Rahmenbedingungen, um die Benachteiligung von Eigenkapitalbildung gegenüber Fremdkapitalfinanzierung aufzuheben bzw. deutlich zu reduzieren. Zum anderen sollte der uneingeschränkte Zugang zu Eigenkapital dort wo tatsächlich Engpässe vorliegen durch bessere Kapitalausstattung der Eigenkapitalarme der Förderbanken und den Ausbau von Rückbürgschaften für Beteiligungen über die Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften (MBG) gewährleistet werden.
Für die Kreditversorgung der KMU spielen neben den Geschäftsbanken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken die Förderbanken eine wichtige Rolle. Für die Eigenkapitalversorgung haben die Beteiligungsgesellschaften der privaten und öffentlichen Träger sowie Business Angels als private Investoren eine große Bedeutung. Hier gilt es, die Zusammenarbeit zwischen den privaten und öffentlichen Förderakteuren zu verstärken. Um die Förderwirkung hinsichtlich Effizienz und Effektivität weiter zu optimieren, sollten Ex-ante- und Ex-post-Wirkungsanalysen vermehrt eingesetzt werden.
Das gesamte Thesenpapier steht Ihnen im Mitgliederbereich der BVK-Website zum Download zur Verfügung.
Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen möchte kleine und mittlere Unternehmen (KMU) dazu ermutigen, stärker in Forschung und Entwicklung zu investieren. Dafür schlagen die Grünen in einem Antrag vor, Steuergutschriften für forschende Unternehmen einzuführen. Anspruchsberechtigt sollen diejenigen Firmen sein, die nicht von Großunternehmen beherrscht werden und höchstens 250 Mitarbeiter beschäftigen. Die Steuergutschrift soll 15 Prozent der nachgewiesenen Forschungs- und Entwicklungsausgaben betragen. Auch die Aufnahme von Wagniskapital soll für diese KMU sowie für Start-ups verbessert werden, fordern die Grünen. Die Rahmenbedingungen für die Finanzierung von Forschung und Entwicklung in Deutschland seien schlecht “und werden in der Krise noch schlechter.” Deswegen hätten die Grünen bereits konkrete Forderungen eingebracht, mit denen die steuerlichen Rahmenbedingungen für innovationsstarke KMU in Bezug auf Wagniskapital deutlich verbessert werden würden. Die Große Koalition habe diese Anträge aber abgelehnt.
Die Finanzierungssituation kleiner und junger Unternehmen in Deutschland hat sich in den vergangenen zwölf Monaten erheblich verschlechtert. Das ist das Hauptergebnis der Unternehmensbefragung 2009, die die KfW Bankengruppe zusammen mit führenden Wirtschaftsverbänden durchgeführt hat. Der Anteil der Unternehmen, die von Problemen berichten, überhaupt einen Kredit zu erhalten, ist mit 17 % im historischen Vergleich sehr hoch. Der Befragung zufolge sind aber auch größere Unternehmen von Finanzierungsproblemen betroffen, heißt es in der Studie. Viele Unternehmer äußerten sich besorgt darüber, dass sich die Situation ihrer Frimen in den kommenden Monaten weiter verschärfen könnte. “Auch wenn man von einer flächendeckenden Kreditklemme noch nicht sprechen kann, beobachten wir mit Sorge, dass die Probleme beim Kreditzugang für die Unternehmen immer größer werden”, sagte der Vorstandsvorsitzende der KfW Bankengruppe Ulrich Schröder.
Das Weltwirtschaftsforum hat kürzlich seinen zweiten Bericht über die weltweite wirtschaftliche Bedeutung von Private Equity-Firmen (“The Global Economic Impact of Private Equity”) veröffentlicht. Dieser Bericht beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Qualität des Managements von Private Equity-geführten Unternehmen. Die Ergebnisse: Die Portfolio-Unternehmen werden allgemein besser geführt als vergleichbare Wettbewerber, die sich in staatlichem oder privatem Besitz befinden.
Außerdem verzeichnen Firmen, die von privaten Kapitalbeteiligungsgesellschaften übernommen worden sind, eine höhere Produktivität und höhere Wachstumsraten als andere Firmen. Das Weltwirtschaftsforum untersuchte weltweit rund 4000 von Private Equity-Firmen geführte Unternehmen.
Firmen, die von Private Equity-Gesellschaften übernommen worden sind, konnten ihr Wachstum um zwei Prozent mehr steigern als andere Firmen, so das Ergebnis der Studie. Außerdem hebt die Studie die betriebswirtschaftlichen Kompetenzen von Private Equity-Managern hervor. Die Bewertungsmethoden privater Kapitalbeteiligungsgesellschaften über den Zustand eines Unternehmens seien klar, sodass sie auch von Arbeitnehmern gut verstanden würden und das gegenseitige Verständnis entsprechend fördern.
Der US-amerikanische Verband und Think Tank Private Equity Council (PEC) ließ verlautbaren, dass die Studie neue Einblicke in die Bedeutung von Private Equity-Unternehmen für das wirtschaftliche Wachstum erlaube. Private Equity stärke die Unternehmen und sorge für gute Arbeitsbedingungen für die Angestellten, hieß es vom PEC.