E&Y: Deutsche Biotech-Branche leidet unter Finanzierungsengpässen
Die deutsche Biotech-Branche leidet unter erheblichen Finanzierungsengpässen. Private Unternehmen aus diesem Industriesektor erhielten im vergangenen Jahr lediglich 198 Millionen Euro von Risikokapitalgebern oder Private Equity-Investoren, im Vorjahr waren es noch 319 Millionen Euro. Die Risikokapitalfinanzierung ist damit auf den niedrigsten Stand seit 1999 gesunken. Zu diesen Ergebnissen kommt der zehnte deutsche Biotechnologie-Report der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst&Young (E&Y). Ohne die Beteiligung privater Großinvestoren wäre die Finanzierungssituation noch erheblich dramatischer. Nur noch rund 100 Millionen Euro Eigenkapital kamen im Jahr 2008 von klassischen Risikokapitalgebern. Fast die gleiche Summe wurde von privaten Investoren bereitgestellt. “Das klassische Modell der Risikokapital-Finanzierung wird im Biotech-Bereich zunehmend in Frage gestellt”, konstatierte Siegfried Bialojan, Leiter des Industriesektors Life Science bei E&Y. Gründe hierfür seien der sehr hohe Kapitalbedarf, der lange Finanzierungshorizont sowie ein signifikant höheres Risiko im Vergleich zu anderen Branchen. Knappere Finanzmittel schlugen direkt durch auf die Forschungs- und Entwicklungsausgaben: Während diese im Vorjahr noch stark – um 16 Prozent – gestiegen waren, wurde im abgelaufenen Jahr wieder gespart: die FuE-Ausgaben sanken um zwei Prozent von 986 auf 966 Millionen Euro.

