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    Regierungsprogramm der Union: Bedingungen für Chancenkapital sollen verbessert werden

    CDU/CSU haben am Montag ihr Programm für die Bundestagswahl am 27. September vorgestellt. Die Parteien schlagen darin vor, die gesetzlichen Bedingungen für private Kapitalbeteiligungsgesellschaften zu verbessern. “Gerade angesichts der Bankenkrise sind junge und innovative Unternehmen verstärkt auf das Engagement privater Investoren angewiesen. Wir werden deshalb die Rahmenbedingungen für Investitionen in Chancenkapital verbessern, angefangen von der steuerlichen Förderung der Nutzbarmachung des Kapitals und der Erfahrung ehemaliger Führungskräfte bis hin zur speziellen Unterstützung für junge Unternehmen und deren Kapitalgeber”, heißt es wörtlich in dem Dokument. Auf internationaler Ebene setzt sich die Union allerdings für eine Regulierung ein. Die Partei würde im Fall einer abermaligen Regierungsbeteiligung “für Finanzinvestoren mehr Transparenz durchsetzen”: Ihre Geschäftslage und ihre Verschuldungsposition müssten aus ihrer Rechnungslegung klar erkennbar sein, heißt es in dem Programm. Private Equity-Gesellschaften werden in diesem Zusammenhang aber nicht explizit nicht genannt. Positiv für private Kapitalbeteiligungsgesellschaften: Der Mittelstand soll weiter gestärkt werden. “Ein starker und innovativer Mittelstand, Forschung, Innovation und Entwicklung sowie leistungsfähige Infrastrukturen sind entscheidende Zukunftsfaktoren für den Wohlstand der Menschen in Deutschland. In Zeiten, in denen zur Bewältigung der konjunkturellen Krise vorübergehend eine enorme öffentliche Verschuldung verkraftet werden muss, gilt: Investitionen in die Zukunft unseres Landes müssen Vorrang haben.”

    BVK-Präsident Ostmeier: Krise ist keine Gefahr für Private Equity als Finanzierungsform

    In einem Interview mit der Leipziger Volkszeitung am heutigen Freitag hat Dr. Hanns Ostmeier, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK), einen Überblick und Ausblick auf die Situation der Beteiligungskapitalbranche in Deutschland gegeben. Laut Ostmeier ist der Einbruch der Investitionen im ersten Quartal auf die Schwierigkeit, Unternehmen vernünftig zu bewerten, zurückzuführen. Momentan könne nämlich niemand beurteilen, wie es kurz- oder langfristig bei den Unternehmen tatsächlich aussieht. Nach wie vor haben die Beteiligungsgesellschaften in Deutschland genug Kapital, um zu investieren. Daher stellt Private Equity für deutsche Unternehmen immer noch eine attraktive Finanzierungsalternative zu den notleidenden Banken da. Aus diesem Grund ist das Geschäftsmodell Private Equity auch durch die Krise nicht gefährdet, so Ostmeier. Schließlich gibt es die Branche seit 30 Jahren und angesichts der zentralen Rolle, die Private Equity bei der Restrukturierung von Konzernen spielt, steht die Branche heute nicht geschwächter dar als zuvor.
    Natürlich spüren auch die deutschen Beteiligungsgesellschaften Auswirkungen der Krise, denn auch sie sind davon betroffen. Umso wichtiger ist es laut Ostmeier daher auch, dass der Öffentlichkeit durch die Beschäftigung mit der Materie viel klarer geworden ist, worin die Unterschiede zwischen Private Equity und anderen Finanzmarkakteuren liegen.

    BDI kritisiert Nachbesserungen bei Unternehmensteuerreform

    Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat sich zum in der vergangenen Woche verabschiedeten Bürgerentlastungsgesetz geäußert, das auch Nachbesserungen bei der Unternehmensteuerreform vorsieht. “Das ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Das Thema bleibt in der nächsten Legislaturperiode auf der Tagesordnung”, sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf. Die Erleichterungen bei der Umsatzsteuer und die höhere Freigrenze bei der Zinsschranke seien sinnvolle Lösungen, um die Liquidität für kleinere Unternehmen zu sichern. Für einen Großteil der Industrieunternehmen sei die Freigrenze bei der Zinsschranke aber zu niedrig. Die Krisen verschärfende Wirkung bleibe bestehen, warnte Schnappauf. Auch die neue Sanierungsklausel zum so genannten Mantelkauf bleibt aus Sicht des BDI-Hauptgeschäftsführers hinter den Erwartungen zurück. “Für Staatsbeteiligungen an notleidenden Banken wurde die Regelung des Mantelkaufs kurzer Hand ausgesetzt, bei der privaten Wirtschaft wird hingegen die Ausnahme an eine enge Sanierungsklausel geknüpft”, so der BDI-Hauptgeschäftsführer. “Ihre Praxistauglichkeit muss die Sanierungsklausel erst noch beweisen.”

    OECD warnt vor Rückgang von Beteiligungskapital

    Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat vor einem dramatischen Rückgang der Verfügbarkeit von Beteiligungskapital gewarnt. Innovative Unternehmensgründungen würden behindert, was wiederum dem langfristigen Wirtschaftswachstum schade. Dies geht aus einer Präsentation hervor, die Andrew Wyckoff, stellvertretender Direktor für Wissenschaft, Technologie und Industrie bei der OECD, kürzlich bei einem Treffen des Lisbon Council, einem Brüsseler Think Tank, gehalten hat. Danach sei es im ersten Quartal 2009 zu einem Rückgang um 60 Prozent des investierten Beteiligungskapitals im Vergleich zum Vorjahr gekommen. Einzelberichte belegen, dass es nur wenige Anzeichen gebe, dass verfügbares Beteiligungskapital wieder wachse. Dies schade jungen Start-Ups und Spin-Off Unternehmen. Außerdem reduziere es auch den Wettbewerbsdruck auf größere Unternehmen, die normalerweise dadurch zur Innovation gezwungen werden, sagte er.

    Carlyle Group beteiligt sich an der Personal & Informatik AG

    Die international tätige Private Equity-Gesellschaft The Carlyle Group teilte Mitte Juni mit, dass sie 29,34 % der Aktien an Personal & Informatik AG („P&I“) übernommen und sich weitere 4,44 % der Aktien als Option freigehalten hat. Carlyle plant, diese Optionen nach Zustimmung der Kartellbehörden in Deutschland und juristischer Prüfung auszuüben.

    Die in Wiesbaden ansässige P&I gehört zu den führenden Anbietern integrierter Software-Lösungen für die Personalwirtschaft in Deutschland. Bereits 2004 bis 2007 beteiligte sich Carlyle mit 66,64 % an dem Unternehmen. Während dieser Zeit konnte P&I sein Gewinn vor Steuern um 185 %, seinen Umsatz um 36 % und die Mitarbeiterzahl um 18 % steigern. Für die Aktionäre äußerte sich diese positive Entwicklung durch eine Verdreifachung des Aktienkurses.

    Die erneute Partnerschaft mit Carlyle soll der P&I auf dem Weg zu einem führenden Softwareanbieter für Personalwesen in Europa verhelfen. Man habe das Unternehmen nach dem Ausstieg 2007 genau beobachtet und ist davon überzeugt, die nächste Wachstumsphase durch interne Expansion und eventuelle Zukäufe unterstützen zu können.

    Preqin: Private Equity lässt den Cleantech-Sektor boomen

    Venture Capital- und Private Equity-Fonds haben in den vergangenen Jahren maßgeblich zum Boom von Unternehmen beigetragen, die Umwelttechnologien entwickeln und herstellen. Vor allem Wagniskapital-Fonds sorgten für einen Wachstumsschub: Allein 2008 sammelten sie weltweit 3,95 Milliarden Dollar (2,8 Milliarden Euro) ein, um junge Start-ups zu unterstützen. Aber auch Private Equity-Fonds waren in ihrer Unterstützung bereits etablierter Firmen erfolgreich. Das hat nun ein neuer Report des Branchendienstes Preqin herausgefunden. Auch die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise konnte diesen Trend bislang offenbar nicht stoppen: So sammelten Private-Equity-Fonds im Cleantech-Sektor im vergangenen Jahr fast genauso viel Geld ein wie im Vorjahr. 2007 waren es 6,3 Milliarden Dollar (4,4 Milliarden Euro), 2008 noch immer 6 Milliarden Dollar (4,2 Milliarden Euro), so Preqin. Insgesamt habe sich die Zahl der Fonds, die in Cleantech-Firmen investieren, seit 2004 vervierfacht: Während sich vor fünf Jahren nur 30 Fonds ganz oder teilweise an diesen Unternehmen beteiligten, waren es 2008 bereits 117.

    DB Research: Für einen Nachruf auf Private Equity ist es zu früh

    Mitten im wirtschaftlichen Abschwung macht eine neue Analyse des Think Tanks Deutsche Bank Research der Private Equity-Branche neuen Mut. Auf der einen Seite werde die Private-Equity-Branche von der Finanzkrise nicht verschont, heißt es in dem Bericht “Private Equity. Für einen Nachruf zu früh”. So herrsche allgemein große Unsicherheit, Übernahmen würden durch fehlende Kredite erschwert und die Rezession treffe besonders die hochverschuldeten Unternehmen im Portfolio der Private Equity-Fonds. Auf der anderen Seite könnten zwei Qualitäten der Private-Equity-Branche helfen, die gegenwärtigen Krise gut zu überstehen. “Erstens verfügen viele PE-Fonds über umfangreiche Kapitalreserven. Mit diesen können sie Portfolio-Unternehmen stützen oder neue Investitionsgelegenheiten nutzen. Zweitens müssen mehr und mehr Unternehmen restrukturiert werden. Hier kann Private Equity seine traditionellen Stärken ausspielen”, schreibt der DB Research-Analyst Thomas Meyer. Daher müssten nun kleine und mittlere Übernahmen sowie Minderheitsbeteiligungen in den Fokus der PE-Fonds rücken, so seine Empfehlung. “Zukünftig werden die Renditen weniger auf billigem Fremdkapital als vielmehr auf den traditionellen Stärken bei der operativen und strategischen Modernisierung der Portfolio-Unternehmen basieren”, so die Analyse von DB Research. Insgesamt gelte es nun, die Rezession zu meistern, die Konsequenzen aus den Übertreibungen der Boomjahre abzubauen und das Vertrauen der Investoren und Kreditgebern wiederherzustellen. “Die theoretische und empirische Forschung zeigt, dass das Geschäftsmodell von Private Equity im Kern solide ist.”

    BVCA veröffentlicht neue Performance-Studie zum PE-Sektor 2008

    Die British Private Equity and Venture Capital Association (BVCA) hat eine neue Studie über die Performance britischer Private Equity- und Venture Capital-Fonds im vergangenen Jahr vorgelegt. Zwar habe Private Equity – so wie andere Anlageklassen auch – im vergangenen Jahr unter der Finanzkrise und der Rezession gelitten, heißt es in der Studie. Allerdings fielen die Verluste geringer aus als bei offenen, aktienbasierten Indizes oder bei Pensionsfonds. Auch die langfristigen Gewinne blieben bei Private Equity stabil: Der Nettogewinn bei Private Equity-Fonds lag in den vergangenen zehn Jahren bei 15,4 Prozent p.a., während britische Pensionsfonds lediglich um 3,7 Prozent zulegten. Die BVCA wurde bei der Studie, die den Titel “BVCA Private Equity and Venture Capital Performance Measurement Survey 2008″ trägt, von dem Beraterhaus PricewaterhouseCoopers sowie Capital Dynamics unterstützt.



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