DB Research: Für einen Nachruf auf Private Equity ist es zu früh
Mitten im wirtschaftlichen Abschwung macht eine neue Analyse des Think Tanks Deutsche Bank Research der Private Equity-Branche neuen Mut. Auf der einen Seite werde die Private-Equity-Branche von der Finanzkrise nicht verschont, heißt es in dem Bericht “Private Equity. Für einen Nachruf zu früh”. So herrsche allgemein große Unsicherheit, Übernahmen würden durch fehlende Kredite erschwert und die Rezession treffe besonders die hochverschuldeten Unternehmen im Portfolio der Private Equity-Fonds. Auf der anderen Seite könnten zwei Qualitäten der Private-Equity-Branche helfen, die gegenwärtigen Krise gut zu überstehen. “Erstens verfügen viele PE-Fonds über umfangreiche Kapitalreserven. Mit diesen können sie Portfolio-Unternehmen stützen oder neue Investitionsgelegenheiten nutzen. Zweitens müssen mehr und mehr Unternehmen restrukturiert werden. Hier kann Private Equity seine traditionellen Stärken ausspielen”, schreibt der DB Research-Analyst Thomas Meyer. Daher müssten nun kleine und mittlere Übernahmen sowie Minderheitsbeteiligungen in den Fokus der PE-Fonds rücken, so seine Empfehlung. “Zukünftig werden die Renditen weniger auf billigem Fremdkapital als vielmehr auf den traditionellen Stärken bei der operativen und strategischen Modernisierung der Portfolio-Unternehmen basieren”, so die Analyse von DB Research. Insgesamt gelte es nun, die Rezession zu meistern, die Konsequenzen aus den Übertreibungen der Boomjahre abzubauen und das Vertrauen der Investoren und Kreditgebern wiederherzustellen. “Die theoretische und empirische Forschung zeigt, dass das Geschäftsmodell von Private Equity im Kern solide ist.”

