Für viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Deutschland bleibt die Finanzierung neuer Aufträge momentan eines der drängendsten Probleme. Das ist das Ergebnis des Mittelstandsreports 2009, der Ende der vergangenen Woche vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) vorgestellt wurde. So verlangten Kreditinstitute in der Wirtschaftskrise bei der Kreditvergabe höhere Sicherheiten als früher, gleichzeitig würden vorhandene Sicherheiten geringer bewertet. Gesamtwirtschaftlich sei dies bedenklich, wenn deshalb die Vorfinanzierung von neuen Aufträgen – wie derzeit im exportorientierten Mittelstand zu beobachten sei – durch die Hausbanken unterbleibt, heißt es in dem Report. Damit die zaghaften Hoffnungsschimmer zu einer besseren Mittelstandskonjunktur führen, müssten die Finanzmärkte wieder in Gang kommen. Die schlechte Kreditsituation der KMU schlage sich auch auf ihre Investitionsabsichten nieder, so der DIHK. 44 Prozent der KMU wollen in den kommenden Monaten ihre Investitionsbudgets kürzen, nur 14 Prozent erweitern. Hohe Finanzierungshürden haben insbesondere Existenzgründer und Unternehmen der Branche “Forschung und Entwicklung” zu bewältigen, so der DIHK.
In einer aktuellen Studie hat Per Strömberg, Professor der Finanzwissenschaften an der Stockholm School of Economics und Direktor des Institute for Financial Research (SIFR), unabhängige Studien über den wirtschaftlichen und sozialen Einfluss von Private Equity und Venture Capital in Europa in Bezug auf den Zeitraum zwischen 1980 und 2009 untersucht.
Die Kernaussage Strömbergs lautet: Der Einfluss von Beteiligungsgesellschaften ist grundsätzlich positiv. Darüber hinaus gibt es keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass Engagements von Private Equity-Gesellschaften, etwa durch den Einsatz von Fremdkapital, einen wirtschaftlichen Abschwung fördern. Vielmehr haben die Aktivitäten von Beteiligungsgesellschaften einen positiven Effekt auf die Wirtschaftssituation in Zeiten einer Rezession, in der der Zugang zu Kapital erschwert wird.
- Die Studie steht Ihnen hier als PDF zur Verfügung.
Mit der Übernahme des EU-Ratsvorsitzes durch Schweden steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Beteiligungsgesellschaften weniger stark von einer Regulierung betroffen sein werden als geplant. Dies deutete zumindest der schwedische Finanzminister in seinen ersten Reden als amtierender Ratspräsident an. “Es gibt einige übertriebene Ängste über das Systemrisiko von Private Equity. Das ist aber nicht unsere Meinung”, sagte Mats Godell. Es seien nämlich weder Private Equity- noch Hedge Fonds gewesen, die die Krise ausgelöst haben, fügte der Christdemokrat hinzu. In einigen Ländern stelle die politische Klasse Private Equity und Hedge Fonds als das eigentliche Problem hin. “Ich sage damit nicht, dass wir diese Gesellschaften nicht regulieren sollten. Das Ziel sollte eine vernünftige und korrekte Regulierung sein und eben nicht, die ganze Industrie zerschlagen zu wollen”. Außerdem führte er aus, dass in Schweden sogar Gewerkschafter es sehr schätzen würden, wenn Private Equity-Fonds sich an Unternehmen beteiligen, da dies ihrer Meinung nach gut sowohl für die Arbeiter als auch gut für das Geschäft sei.
Die ARD-Vorabendserie “Eine für alle”, in der sich alles um die Mitarbeiterinnen eines Private Equity-finanzierten Unternehmens dreht, hat sich als Flop erwiesen.
Statt der geplanten 200 Folgen werden nur 100 Episoden produziert und ausgestrahlt, teilte die ARD am Mittwoch mit. Die letzte Folge wird voraussichtlich am 14. Oktober ausgestrahlt.