Die Reportage-Sendung „Nahaufnahme“ des Radiosenders Bayern 2 vom 18. November 2009 erklärte das Geschäft von Private Equity am Beispiel der Bayerischen Beteiligungsgesellschaft (BayBG). Der Beitrag „Geld und guter Rat. Wie die Bayerische Beteiligungsgesellschaft Mittelständler unterstützt“ gibt vielfältige und interessante Einblicke in die Arbeit einer regional tätigen Kapitalbeteiligungsgesellschaft.
Anhand von Fallbeispielen veranschaulicht die Reportage, wie eine Beteiligungsgesellschaft mittelständische Betriebe durch die Bereitstellung von Eigenkapital und fachlichem Know-how unterstützen kann. So werden zwei Unternehmen in Bayern besucht, denen die BayBG seit Jahren zur Seite steht – die für ihre Pralinen bekannte Paul Reber GmbH & Co. KG und die Dronco AG, einen Spezialisten für Schleif- und Trennscheiben.
Der Radiobeitrag ist hier als Podcast verfügbar.
In einem Interview mit dem Handelsblatt äußert sich Steve Koltes, Managing Partner beim Finanzinvestor CVC Capital Partners, über die derzeitige Lage der Finanzmärkte und die Situation der Private Equity-Branche.
Er blickt optimistisch in die Zukunft, die Talsohle der Krise sei durchschritten. Gegen den Vorwurf, Private Equity habe keine Zukunft, wehrt sich Koltes, der seit 1991 das Frankfurter Büro von CVC Capital Partners leitet, vehement: „Das Geschäftsmodell funktioniert und hat seine Berechtigung.“
Es sei nun die beste Zeit für neue Investitionen. Die Vermutung, aufgrund der Krise seien momentan Firmen zu Schnäppchenpreisen zu bekommen, ist jedoch falsch, so Koltes – die Preise seien nach wie vor hoch.
Obwohl davon auszugehen sei, dass die absoluten Renditen sinken, ist Koltes zuversichtlich, dass auch nach der Krise Renditen von über 20 % erzielt werden können. Dabei sei aber eine mit weniger Risiko behaftete Eigenkapitalausstattung von Unternehmen wichtiger als eine höhere Rendite.
Bei den meisten Portfoliounternehmen der Beteiligungsgesellschaft CVC sind die Gewinnerwartungen trotz Krise sehr positiv, so Koltes. Unternehmen wie die Formel 1, die im Zeitraum des Booms gekauft wurden, zeigen sich als relativ krisenstabil.
Im kommenden Jahr werde die Private Equity-Branche durch eine Welle von Ausstiegen (Exits) gekennzeichnet sein: „Wir könnten in Europa durchaus ein halbes Dutzend oder sogar mehr Börsengänge über 1,5 Mrd. € sehen.“
Das gesamte Interview können Sie hier nachlesen.
Das DIW Berlin sieht die Finanzierung von Innovationen in Deutschland durch die Wirtschafts- und Finanzkrise gefährdet. Zur Verbesserung der Finanzierungsbedingungen schlägt das Wirtschaftsforschungsinstitut in seiner aktuellen Untersuchung vor, die Sanierung des Bankensektors entschiedener als bisher voranzutreiben, Venture Capital gezielt zu fördern und die Rahmenbedingungen für Beteiligungskapital zu verbessern. Unter anderem sollte die Politik eine steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung einführen. Daneben sollte auch die Begrenzung des Verlustübertrags bei Unternehmensverkäufen gelockert werden, da damit vor allem jungen, innovativen Unternehmen geholfen werden kann.
Das DIW warnt: Sollte die Politik nicht gegensteuern, drohen Investitionen in innovative Projekte zurückzufallen, mit allen Konsequenzen für den Forschungsstandort Deutschland. Deutschland habe schon heute insbesondere bei der Finanzierung von jungen, innovativen Unternehmen Nachholbedarf, weshalb die Finanzierungsbedingungen verbessert werden müssen. Für die derzeitige Krise lassen sich Rückschlüsse aus dem Verhalten der Unternehmen aus ähnlichen Situationen in der Vergangenheit ziehen. Im konjunkturellen Abschwung sind die eigenen Innovationsbudgets – die traditionelle Finanzierung der großen Unternehmen – deutlich zurückgegangen. Viele Unternehmen verschieben deshalb ihre Forschungsvorhaben oder verzichten ganz auf Innovationen. Kleinere und mittlere Unternehmen müssen oft ohne eigenes Forschungsbudget auskommen und sind für ihre Innovationen auf Kapital von Dritten angewiesen. Der Markt für Beteiligungskapital in Deutschland ist aber vergleichsweise schwach entwickelt und sollte unterstützt werden.
Bei den untersuchten Innovationsindikatoren ist Deutschland zum Beispiel hinsichtlich der Verfügbarkeit von Venture Capital nach Rang 9,5 im Vorjahr auf Platz 13 abgerutscht. Im traditionell eher bankorientierten deutschen Finanzsystem ist der hiesige Wagniskapitalmarkt gemessen am Volumen der Investitionen im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt schwach entwickelt. Großbritannien, die USA und auch Schweden stehen hier sehr viel besser da. Ein weiteres zentrales Handlungsfeld ist eine verbesserte Gründungsfinanzierung, die besonders auf einen funktionsfähigen Venture Capital-Markt angewiesen ist. Die jüngsten vom Gesetzgeber getroffenen Maßnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für Wagniskapital haben dem DIW zufolge nach den ersten Erfahrungen nicht die gewünschte Wirkung gebracht. Durch die Regelungen der Unternehmensteuerreform wurde zudem die Anerkennung von Verlustvorträgen stark eingeschränkt. Die Europäische Kommission hat diese hier vorgesehenen Nachbesserungen für Wagniskapitalgesellschaften aufgrund wettbewerbsrechtlicher Bedenken nicht genehmigt, womit zu befürchten ist, dass das Gesetz nur eine geringe Wirkung entfalten wird. Um die Finanzierungsbedingungen für Beteiligungskapital in Deutschland zu verbessern sind daher weitere Initiativen nötig, etwa die uneingeschränkte Anerkennung von Verlustvorträgen für innovative Unternehmen.
Die Verbesserung der steuerlichen Rahmenbedingungen für Wagniskapital wäre ein wichtiger Beitrag für die Attraktivität des Standortes Deutschland und den weiteren Aufbau einer funktionsfähigen Venture Capital-Finanzierung in Deutschland. Aufgrund der häufig zu beobachtenden räumlichen Nähe von Kapitalgeber und Kapitalnehmer ist bei einer Abwanderung von Beteiligungsgesellschaften auch mit einem Rückgang der Venture Capital-Investitionen und folgerichtig der Innovationsaktivitäten zu rechnen. Das DIW nennt als weitere denkbare Maßnahmen eine steuerliche Absetzbarkeit von Investitionen in Innovationsbeteiligungsfonds und die steuerliche Gleichbehandlung von Eigen- und Fremdkapital.
Der DIW-Wochenbericht steht hier zum Download zur Verfügung.