Steigendes Interesse an Private Equity – das ist das Ergebnis einer aktuell erschienenen Studie von Preqin. Weltweit wurden 100 bedeutende institutionelle Institutionen befragt, die in Private Equity investieren. Im Mittelpunkt der Untersuchung standen ihre Einstellung zu Private Equity und die Zukunftspläne für weitere Einlagen in Private Equity-Fonds. Dabei ging die Finanz- und Wirtschaftskrise in den letzten eineinhalb Jahren auch am Private Equity-Markt nicht spurlos vorüber. Während Fonds im Jahr 2008 weltweit noch 653 Mrd. $ einwarben, waren es im Folgejahr nur noch 286 Mrd. $.
Fallende Bewertung börsengehandelter Anlagen bei gleichzeitig stabilen Private Equity-Anlagen führten dazu, dass viele Investoren ihre Zielallokation für Private Equity überschritten und keine Neuengagements vornehmen konnten. Im Dezember 2009 gaben dies noch 21 % der Befragten an, in der aktuellen Befragung waren es nur noch 6 %. Dagegen liegen weltweit 54 % unter ihrer Private Equity-Zielallokation.
Entsprechend sind die Private Equity-Investoren zuversichtlicher hinsichtlich neuer Investitionen geworden: 98 % wollen ihre Private Equity-Allokation innerhalb des Portfolios auf Sicht von drei bis fünf Jahren beibehalten oder sogar noch weiter aufstocken. Mit Blick auf die geplanten Engagements gaben 43 % an, im laufenden Jahr mehr investieren zu wollen als 2009. Für 2011 planen 39 % nochmals mehr als 2010 zu investieren. Ebenfalls 39 % wollen die Zahl ihren Geschäftsbeziehungen zu einzelnen Beteiligungsgesellschaften in den kommenden zwei Jahren steigern, weitere 48 % zumindest beibehalten.
Auch wenn das Vertrauen in Private Equity durch die Finanzkrise einen Rückschlag hinnehmen musste, so sind doch immer noch mehr als drei Viertel der Institutionellen mit den Renditen ihrer Private Equity-Engagements zufrieden. Die Studie steht auf der Website von Prequin www.preqin.com zum Download.
(Preqin, 8.10.2010)
In einer aktuellen Studie hat Golding Capital Partners gemeinsam mit Prof. Oliver Gottschalg (HEC Paris) untersucht, inwiefern Private Equity-Fonds in der Lage sind, eine nachhaltige Performance zu erzielen sowie die erworbenen Unternehmen fundamental zu unterstützen und zu verbessern. Die Studie wurde auf Basis der Transaktions-Datenbank von Golding Capital Partners durchgeführt, die über 4.000 relevante realisierte Transaktionen über einen mehr als 30-jährigen Zeitraum (1977–2009) abdeckt.
Die Analyse ergab, dass Private Equity-Transaktionen im Durchschnitt – unter Berücksichtigung aller erforderlichen Korrekturen für Leverage, Timing und Branchenmix – ein positives Alpha (Überrendite) von 7,1 % über der vergleichbaren Rendite am Aktienmarkt erzielen. In schwierigen Zeiten mit schlechter Aktienmarktperformance erzielt Private Equity ein besonders hohes Alpha: Durchschnittlich liegt die Private Equity-Rendite dann rund 15 % über der vergleichbaren Rendite am Aktienmarkt. Im Boom, also in den Phasen stark positiver Wertentwicklung an den Aktienmärkten, erreicht Private Equity ähnlich gute Ergebnisse wie Aktien; die häufig sehr guten Renditen werden dabei vor allem durch ein positives Marktumfeld getrieben. In stabilen oder leicht positiven Phasen liegt das Alpha erwartungsgemäß zwischen diesen Extremen, also bei 5 % bis 10 %.
Die Ursachen für die Überrendite von Private Equity gegenüber dem Aktienmarkt liegen vorwiegend in der überlegenen Corporate Governance von Private Equity-Transaktionen, im besseren Management der Zielunternehmen und in der Unterstützung durch erfahrene Fondsmanager. Private Equity-Fonds bringen über eine bessere Corporate Governance mehr Momentum und gleichzeitig mehr Disziplin auf allen Ebenen ein. Die Interessen des Eigentümers und des Managements stehen im Einklang, dank besserer Anreizstrukturen ist ein qualifiziertes Management auch für kleinere und mittlere Unternehmen zu gewinnen, es bestehen keine unternehmensfremden Ziele, und die Unternehmen können aufgrund kurzer Entscheidungswege schneller und effizienter auf Herausforderungen reagieren. Zusätzlich besitzen Private Equity-Fonds spezifische Fähigkeiten, um ihre Portfoliounternehmen aktiv zu unterstützen. Sie können mithilfe eines kompetent besetzten Beirats zielgenau und effektiv eingreifen. Sie können ihre Erfahrung sowohl bei Expansionsstrategien als auch bei der Professionalisierung und Institutionalisierung der Unternehmen einbringen. Nicht zuletzt können die Fonds ihre Erfahrung aus Krisen in der Vergangenheit konstruktiv einsetzen.
Die neue Ausgabe des Private Equity Politik-Briefs ist den Forschungsergebnissen von Josh Lerner, Professor an der Harvard Business School gewidmet. Der weltweit renommierteste Wissenschaftler in der Private Equity-Forschung stellt in dieser Sonderausgabe das von ihm geleitete dreijährige Forschungsvorhaben des Weltwirtschaftsforums vor, in dem die globalen Auswirkungen von Private Equity-Investitionen untersucht wurden. Seine wichtigsten bestätigten Thesen: Private Equity fördert Innovationen, Private Equity-finanzierte Unternehmen haben eine geringere Insolvenzrate und Private Equity-Investitionen ziehen keinen erheblichen Arbeitsplatzabbau nach sich. Mehr Details und Ergebnisse der Studie gibt es zum Nachlesen in der Sonderausgabe des Private Equity Politik-Briefs hier.