Die Beteiligungsgesellschaften nehmen sich mehr Zeit – zu diesem Ergebnis kommt die Studie „How do private equity investors create value“ der Beratungsgesellschaft Ernst & Young. Demnach legen Beteiligungsgesellschften mehr Wert auf langfristige Beteiligungen, um den Wachstumsstrategien bessere Erfolgschancen zu geben.
Doch nicht nur der Beteiligungszeitraum, der im letzten Jahr durchschnittlich 4,2 Jahre betrug (Vergleich 2009: 3,6 Jahre im Durchschnitt) wird ausgedehnt, auch das Engagement der Gesellschaften vor der eigentlichen Investition hat in den letzten Jahren laut Studie zugenommen. So arbeiten die Private Equity-Gesellschaften intensiver mit den Beteiligten der Unternehmen zusammen, bevor die eigentliche Investition stattfindet. Die LPs führen zudem eine gründlichere Due Diligence durch. Somit habe sich laut Studie der gesamte Investmentprozess professionalisiert.
Der Erfolg zeigt sich in den Exits. Diese haben 2010 stark zugenommen, insgesamt gab es 57 Ausstiege, davon 11 IPO-Exits in Europa – so viele wie zuletzt 2006. Der Pluspunkt am Private Equity-Modell ist die Möglichkeit, auf den besten Zeitpunkt für einen Exit warten zu können. Die Studie macht ebenso deutlich, dass die Exit-Aktivitäten zwar zugenommen, aber ihre Grenze noch nicht erreicht haben.
120.000 Menschen haben im letzten Jahr ein Unternehmen in der Kreativwirtschaft gegründet und im Vergleich zu den Gründern aus anderen Wirtschaftsbereichen, haben die Kreativler einige Vorteile vorzuweisen: Sie sind jünger, besser ausgebildet und aktiver. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der KfW Bankengruppe, die Neugründungen aus der Kreativwirtschaft, also den Bereichen Software- und Games-Industrie, Werbemarkt, Kunstgewerbe, Filmwirtschaft und Theater, untersucht hat.
In einem deutschlandweit erstmaligen Vergleich mit Gründern aus anderen Sektoren hat sich gezeigt, dass über 60 % der Kreativen zunächst im Nebenerwerb in die Branche einsteigen und mehr als 80 % ihr Gewerbe ohne Mitarbeiter aufnehmen. Laut Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe, würden vor allem junge und gut ausgebildete Menschen ihre Kreativität und ihre Geschäftsideen austesten wollen und deshalb bereits parallel zu Ausbildung oder Studium aktiv werden. Über ein Viertel der Gründer startete im Untersuchungszeitraum 2007-2010 ein Unternehmen im Bereich Software- und Games-Industrie, dazu zählt auch der Bereich der Internetprogrammierung. Ein weiteres Viertel orientierte sich auf dem Werbemarkt in Form von Werbeagenturen und Sales Promotion. In der Film-, Rundfunk- und Fernsehwirtschaft sowie in den Bereichen der Darstellenden Künste hingegen gab es nur 4 % Neugründungen.
Hinzu kommt, dass knapp 80 % der Kreativler auch drei Jahre nach Markteintritt noch tätig sind – im Vergleich dazu haben in den übrigen Wirtschaftsbereichen nur 66 % nach drei Jahren immer noch Erfolg.
(vdi Nachrichten, 29. September 2011)