a company: Sitz in Berlin, Blick nach Osteuropa
Die Geschichte der A Company Licensing & Consulting AG begann in einem kleinen Büro im sechsten Stock eines Büro-Hochhauses am Berliner Alexanderplatz. Dort gründete Alexander van Dülmen 2003 im Alter von 35 Jahren das Un-ternehmen, das Filmlizenzhandel mit Osteuropa betreibt. „Nachdem ich einige Jahre bei der Kinowelt Medien AG die Region Osteuropa betreut habe, entschied ich mich 2002 für die Selbständigkeit mit dem Ziel, ein eigenes Vertriebsnetzwerk in Osteuropa aufzubauen“ so van Dülmen. „Ich habe dann sehr bald angefangen, Business-Pläne zu schreiben und Ende des Jahres ein Darlehen der Investitionsbank Berlin in Höhe von 48.000 Euro erhalten. Dann habe ich losgelegt.“
Zu Beginn war das Geschäft sehr an die Eigner gebunden. Außer Alexander van Dülmen waren dies unter anderem auch Tomasz Karczewski, geschäftsführerender Mehrheitsgesellschafter des polnischen Vertriebspartners Kino Swiat und Michael Schlicht, heute Vorstand Sony Russia. Mit dieser Aufteilung und durch deren Know-how auf den jeweiligen Märkten waren die für das Unternehmen wichtigsten Länder im osteuropäischen Raum, Polen und Russland, abgedeckt. Und obwohl aller Anfang schwer ist, war das Team stets optimistisch: „Die Region Zentral- und Osteuropa hatte in den vergangenen Jahren enorme Wachstumsraten zu verzeichnen“, so van Dülmen. „Ein weiterer Vorteil ist, dass es dort im Vergleich zu anderen Wachstumsmärkten wie beispielsweise China keine Zensur gibt“.
Was als Ein-Mann-Betrieb begann, ist heute eines der führenden Lizenzhandelsunternehmen für die Gebiete Mittel- und Osteuropas mit mehr als 30 Mitarbeitern. Dabei war es zu Beginn alles andere als ein sicheres Unterfangen: „Als die Förderung da war, bin ich als erstes auf den American Film Market gefahren und habe für 3 Mio. Dollar Filme gekauft. Ich wusste, dass ich von da an 3 bis 4 Monate Zeit haben würde, sie mit Gewinn zu vertreiben oder die Geschäftsidee ad Akta zulegen. Aber es hat geklappt!“ so van Dülmen.
Trotz alledem hat es weitere eineinhalb bis zwei Jahre gedauert, bis van Dülmen weitere Geldgeber von sich und seinem Geschäftsmodell überzeugen konnte. Grund für die Zurückhaltung vieler Finanziers war, dass der Filmlizenzhandel für viele Kapitalgeber eng mit dem neuen Markt in Verbindung stand und daher kurz nach dem Platzen der New Economy-Blase nicht den besten Ruf hatte. Die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Berlin-Brandenburg GmbH war einer der ersten in Frage kommender Kapitalgeber, der das Potenzial von A Company trotz vieler Unwägbarkeiten richtig einschätzte. „Die MBG war treibend dabei, uns zu unterstützen“, berichtet van Dülmen. In nur wenigen Tagen fiel die Entscheidung, dem Unternehmen 250.000 Euro zur Verfügung zu stellen. Die Berliner Volksbank zog nach und stellte weitere 400.000 Euro bereit. Eineinhalb Jahre später hat die MBG Berlin Brandenburg ihren Anteil noch einmal deutlich erhöht. „Ohne die MBG würde es die Firma heute so nicht geben“.
Heute sprechen die Zahlen für sich und den Erfolg der A Company: Die Unternehmensgruppe erwirtschaftete im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Konzernumsatz von annähernd 12 Mio. Euro. Der aufgebaute Filmlizenzstock hat heute einen Wert von mehr als 13 Mio. Euro.
„Mit Filmen zu handeln ist natürlich inspirierender, als der Handel mit anderen Dingen“, so van Dülmen. Die dahinter stehende Motivation ist sicher auch einer der Erfolgsgaranten des Unternehmens, das derzeit über eine ansprechende Mischung aus 230 hochwertigen und unterhaltsamen Filmen von Clint Eastwoods „Million Dollar Baby“ bis hin zu „Tropa de Elite“, Gewinner des Goldenen Bären bei der Berlinale 2008, verfügt. A Company vertreibt unter anderem auch die Filme von Til Schweiger in Osteuropa.
Heute sitzt van Dülmen mit seinem Team noch im selben Gebäude am Alexanderplatz – nun allerdings im dreizehnten Stock in einem Büro mit 280 qm und Blick über die Stadt. „Berlin als Standort hat sich bewährt. Von der Lage her ist es ein perfekter Ausgangspunkt für den osteuropäischen Markt. Somit gibt es eine örtliche und kulturelle Nähe. Diese Verbindung herzustellen ist die Aufgabe Berlins. Deshalb sind wir – noch immer – sehr gern hier“.

