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    Oxea Group: Oxo-Aktivitäten von Celanese als selbständige Einheit

    Alles andere als ein einfacher Deal war die Übernahme der Celanese-Geschäftsbereiche Oxo-Produkte und Derivate durch das Private-Equity-Unternehmen Advent International im Jahr 2006. Denn der Finanzinvestor erwarb kein fertiges Geschäft, sondern mehrere Unternehmensteile. Nach erfolg­reicher Zusammenführung steht die neu entstandene Oxea Group heute gut da.

    Die Ausgangssituation
    Das Geschäft mit Oxo-Produkten und Derivaten umfasst verschiedene Lösemittel, Polyole, Carbonsäuren, Alkylamine und Olefinderivate. Diese werden z.B. in hochwertigen Beschichtungen, Schmierstoffen, kosmetischen und pharmazeutischen Produkten, Aroma- und Duftstoffen, Druckfarben sowie Kunststoffen eingesetzt. Bei der Cela­nese AG bestand das Oxo-Geschäft aus der European Oxo GmbH (EOXO), einem 2003 gegründeten Joint Venture zwischen Celanese und der Degussa AG (heute Evonik), sowie den Aktivitäten mit Oxo-Chemikalien und Derivaten in Deutschland und den USA. Weil das Geschäft nicht mehr zum Kernbereich bei Celanese zählte, wurde es 2006 zum Verkauf gestellt.

    Der Deal
    In dem Bieterverfahren setzte sich Advent International durch: Die Private-Equity-Gesellschaft bekam Ende 2006 den Zuschlag für den Kauf der EOXO sowie der übrigen Oxo-Aktivitäten von Celanese:„Der Markt für Oxo-Chemi­kalien hat sich in den letzten Jahren positiv entwickelt. Dabei waren besonders die Kombination der verschiede­nen Aktivitäten und die damit verbundenen Synergien in­teressant“, erläutert Advent-Director Ronald Ayles. Insge­samt hatte die Transaktion ein Volumen von 480 Millionen Euro. „Der Kaufpreis wurde, wie bei solchen Deals üblich, teils über Eigenkapital, teils über Fremdkapital finanziert. Dabei war der Verschuldungsgrad moderat“, sagt Ayles. Für Advent handelte es sich zu diesem Zeitpunkt bereits um die neunte Transaktion innerhalb von zwei Jahren in Deutschland. Im Zuge der Übernahme konnten sich auch führende Mitarbeiter bei einem Management-Buy-out (MBO) in geringem Maße an dem neuen Unternehmen beteiligen.

    Die ersten Schritte danach
    Zunächst stand die Zusammenführung der Unternehmens­teile zur Oxea Group mittels eines umfangreichen Restrukturierungsprogramms auf der Agenda, „wobei die Optimierung der Produktion im Mittelpunkt stand“, erklärt Dr. Reinhard Gradl, der bis 2004 als Vorstandsmitglied den Geschäftsbereich Oxo-Produkte und Derivate innerhalb der Celanese-Gruppe verantwortete und anschließend in Rente ging. 2006 wurde er als Experte in den Übernahmeprozess eingebunden und seit März 2007 ist er Aufsichtsratsvorsitzender der Oxea Group. Zudem wurden zahlrei­che Projekte, für die unter der Führung von Celanese kein Geld zur Verfügung stand, sofort angeschoben. Advent unterstützte das Management dabei von Beginn an und sorgte für kurze Entscheidungswege. Mit dem Ergebnis ist der Finanzinvestor zufrieden: „Die Oxea Group hat sich hinsichtlich der Struktur und der Ertragskraft in kurzer Zeit sehr gut entwickelt“, so Ayles. Derzeit steht der Spe­zialchemieanbieter für einen Jahresumsatz von rund 1,2 Milliarden Euro. Die Zahl der Mitarbeiter hat sich seit der Übernahme von rund 1.300 auf aktuell etwa 1.350 erhöht.

    Die Zukunft
    Bei ihrer Expansion setzt die Oxea Group sowohl auf or­ganisches Wachstum und Kooperationen als auch auf Übernahmen. Bei einem möglichen Exit stehen ebenfalls alle Optionen offen. Advent sieht sich als „Investor auf Zeit“ und beziffert die durchschnittliche Haltedauer seiner Beteiligungen auf fünf bis sieben Jahre.



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