Weltweit wagen immer mehr Private Equity-finanzierte Unternehmen den Gang an die Börse. Insgesamt gab es in den ersten acht Monaten des Jahres 2010 84 Börsengänge (IPOs) von Unternehmen, an denen eine Private Equity-Gesellschaft mehrheitlich beteiligt war (Buy-Out). Deren Volumen belief sich auf zusammen 19,7 Mrd. $. Damit wurden die Vergleichswerte der jüngeren Vergangenheit deutlich übertroffen. Der Anstieg der Anzahl und des Volumens der Börsengänge ist erheblich: Im Vergleichszeitraum 2009 brachten acht Börsengänge 2,4 Mrd. $ ein, in den ersten acht Monaten des Jahres 2008 wurden 40 IPOs mit einem Volumen von 9,8 Mrd. $ gezählt. Trotz des jüngsten Aufschwungs am IPO-Markt ist die Buy-Out-Branche noch deutlich von den Zahlen des Jahres 2007 entfernt: Hier brachten 144 Börsengänge in den ersten acht Monaten des Jahres 38,5 Mrd. $ ein. Nach Angaben des Datenanbieters Dealogic sind im weiteren Jahresverlauf weitere Börsengänge zu erwarten.
Doch nicht nur im Buy-Out-Segment finden immer mehr Börsengänge statt, auch bei Venture Capital-finanzierten Unternehmen ist ein Anziehen der IPO-Aktivitäten festzustellen. Dies belegen aktuelle Daten der US-amerikanischen National Venture Capital Association (NVCA) und des Datenanbieters Thomson Reuters zu den Börsengängen Wagniskapital-finanzierter Unternehmen in den USA. Hier ist das zweite Quartal des Jahres 2010 mit 17 Börsengängen und einem Volumen von 1,3 Mrd. $ das erfolgreichste seit dem vierten Quartal 2007. In diesem Marktsegment stiegen Anzahl und Volumen der Börsengänge bereits das dritte Quartal in Folge.
Der Erholungstrend im deutschen Private Equity-Markt, der im Sommer 2009 begonnen hatte, setzt sich auch im 2. Quartal 2010 fort: Das German Private Equity Barometer steigt nochmals um 15,9 Zähler auf nun 45,8 Punkte und liegt damit rund 7 Punkte über seinem historischen Durchschnitt. Der Stimmungsindikator für den deutschen Beteiligungskapitalmarkt wird von der KfW Bankengruppe und dem Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) ermittelt.
Sowohl die Einschätzung der aktuellen Lage als auch die Bewertung der Geschäftsaussichten für den deutschen Beteiligungsmarkt haben sich verbessert. Zudem ist mit einer weiteren Aufwärtsbewegung zu rechnen, da die Erwartungskomponente des Indikators positiver ausfällt als die Beurteilung der aktuellen Situation. Der Stimmungsaufschwung ist in beiden Marktsegmenten, der Früh- und auch der Spätphase, zu beobachten. Die jüngste positive Entwicklung wurde vor allem durch das Frühphasensegment getragen – hier fallen die aktuelle Lageeinschätzung und die Geschäftsaussichten überdurchschnittlich aus –, die Spätphasenfinanzierer bewerten das Geschäftsklima positiv, aber noch etwas zurückhaltender.
Das Geschäftsklima im deutschen Private Equity-Markt hat sich damit von den Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise erholt und die Teilindikatoren signalisieren eine recht stabile Markterholung. Dennoch existieren im deutschen Beteiligungsmarkt, der im Vergleich zu anderen Industrieländern eher unterentwickelt ist, Unsicherheiten. So werden die Fundraising- und Exit-Situation in der Frühphase weiterhin als kritisch eingeschätzt.
Die Frankfurter Beteiligungsgesellschaft Equity Capital Management (ECM) übernimmt zusammen mit dem bestehenden Management die Bäckereikette Kamps. Der italienische Nudelkonzern Barilla, der im Jahr 2002 die Mehrheit an Kamps für 1,8 Mrd. € übernommen hatte, wird das Tochterunternehmen an den Private Equity-Investor veräußern. Nach Informationen des Handelsblatts soll sich der Kaufpreis für das Kamps-Filialgeschäft auf 30 bis 40 Mio. € belaufen. Die großen industriellen Bäckereien von Kamps bleiben weiterhin in Besitz von Barilla.
Das Investment in die Bäckereikette Kamps war für den italienischen Konzern nie sehr erfolgreich gewesen. Bereits 2008 hatte Barilla versucht, die fünf Bäckereien und 900 Kamps-Filialen – ein Teil des seinerzeit übernommenen Unternehmens – zu verkaufen. Mit ECM als neuem Eigentümer hat die Bäckereikette nun das Potenzial, ihr Wachstum unabhängig von einem Konzern fortzusetzen.
Deutsche und internationale Venture Capital-Gesellschaften (VCs) erwarten eine schwierige Zukunft für die Branche. Dies belegt die aktuelle „Global Venture Capital Survey“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte und der US-amerikansichen National Venture Capital Association (NVCA) und verschiedener anderer internationaler Private Equity-Verbände, darunter auch der BVK. An der Studie haben weltweit mehr als 500 Venture Capital-Manager teilgenommen.
Insgesamt erwarten 62 % der Befragten, dass die Anzahl an VCs in ihren Heimatländern in den kommenden fünf Jahren sinken wird. Dabei unterscheiden sich die Erwartungen US-amerikanischer und europäischer Venture Capital-Fonds deutlich von denen, die in Schwellenländern tätig sind: Während in den USA (92 %) und Europa (z.B. Frankreich: 83 %) die deutliche Mehrheit von einer Konsolidierung der Branche ausgeht, erwarten VCs in den Schwellenländern eine steigende Anzahl an VC-Gesellschaften (China: 99 %, Brasilien: 97 %, Indien: 85 %). Entsprechend dieser Einschätzungen fällt auch der Ausblick auf das für Investitionen zur Verfügung stehende Kapital aus.
Für Deutschland zeigte sich folgendes Bild: 61 % der befragten deutschen Gesellschaften erwarten einen leichten oder moderaten Rückgang der Anzahl der VCs hierzulande, und weitere 17 % gehen zumindest von einer konstanten Anzahl aus. Hinsichtlich des verfügbaren Investitionskapitals in den nächsten fünf Jahren rechnen zwar gut ein Drittel mit einem Anstieg – demgegenüber stehen aber 45 %, die einen Rückgang erwarten. Uneinheitlich ist die Meinung hinsichtlich der Bewertung der Unternehmen. Während 22 % von einem Anstieg ausgehen, erwarten 17 % einen Bewertungsrückgang. Eher skeptisch blicken die deutschen Venture Capital-Geber auch auf das Verhalten der institutionellen Investoren: 44 % erwarten, dass die Limited Partners weniger in Venture Capital-Fonds mit Investitionsfokus Deutschland investieren werden, und nur 22 % gehen von einem Anstieg aus. Zudem rechnet ein Drittel damit, dass die institutionellen Investoren eher in anderen Ländern als Deutschland investieren. Kritik erntet auch das Umfeld für Venture Capital in Deutschland. So gelten die steuerlichen Rahmenbedingungen und unzureichende Gründungsaktivitäten (je 72 %) sowie die Schwierigkeit, erfolgreiche Exits durchzuführen (67 %), und das Fehlen einer etablierten Venture Capital-Szene (56 %) als wichtigste Gründe für ein nachteiliges Klima für Venture Capital in Deutschland. Angesichts dieser Situation fasst mehr als ein Drittel der Befragten auch steigende Investitionen außerhalb Deutschlands ins Auge. Als wichtigster Einflussfaktor, der hierzulande ein positiveres Venture Capital-Klima schaffen würde, gilt eine verbesserte Unternehmenslandschaft (72 %). Des Weiteren könnten durch die Regierung geförderte zunehmende Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung sowie die Verbesserung der steuerlichen Rahmenbedingungen für Venture Capital (je 61 %) dazu beitragen, die Situation für Venture Capital in Deutschland zu verbessern. Als die Branchen mit dem höchsten erwarteten Investitionswachstum werden Neue Medien / Soziale Netzwerke, Cleantech und Medizintechnik angesehen.
Der Armaturenhersteller Grohe – 2005 Auslöser der vom damaligen SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering aufgeworfenen Heuschreckendebatte – befindet sich auf Wachstumskurs. Grohe war vor einigen Jahren in die Schlagzeilen gekommen, als die Texas Pacific Group (TPG) das Unternehmen übernahm und es für den internationalen Wettbewerb neu ausrichten wollte. Heute zeigt sich, dass dieser Zielsetzung goldrichtig war: Trotz der Wirtschafts- und Finanzkrise und obwohl die Branche der Küchen- und Badarmaturenhersteller insgesamt Schwierigkeiten hat, den Marktrückgang des vergangenen Jahres von rund 20 Prozent aufarbeiten, steht das Private Equity-finanzierte Unternehmen gut dar: In Europa, wo immer noch mehr als 60 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet werden, nahm der Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr um 11 Prozent zu. Im amerikanischen Markt hat Grohe in den ersten sechs Monaten den Umsatz um 25 Prozent gesteigert, in Asien betrug das Plus 82 Prozent, im Mittleren Osten sogar 88 Prozent. Nach einem schwierigen Jahr 2009 ist Grohe damit auf dem besten Weg, das Erlösvolumen aus den Jahren 2007 und 2008 – jeweils etwas mehr als 1 Milliarde Euro – zu überbieten.
Hierzulande ist der Umsatz in etwa marktkonform um rund 190 Millionen Euro auf 825 Millionen Euro gesunken. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und sämtlichen Abschreibungen (Ebitda), das 2008 noch 216 Millionen Euro betragen hatte, ist in den ersten sechs Monaten 2009 auf 64 Millionen Euro eingebrochen. Aber das Unternehmen, dessen Stammwerk im sauerländischen Hemer steht, hat schon im zweiten Halbjahr die Kurve gekriegt. So musste kein einziger Mitarbeiter entlassen werden. Auch die Kurzarbeit in den Produktionsstätten und der Verwaltung ist Vergangenheit.
Laut Grohe-Chef David Haines ist eine gute Liquidität eine der Prioritäten, die seit der umfassenden Sanierung und Umstrukturierung im Jahr 2004 strikt verfolgt werden. Gefüllte Kassen ermöglichen es schließlich, eine kontinuierliche Entwicklung und Investitionen sicherzustellen. Dies wiederum schaffe die Basis für die angestrebten Marktanteilsgewinne. So habe Grohe auch in den schwierigen Jahren 2008 und 2009 jeweils etwa hundert Produkte am Markt neu eingeführt.
Die Private Equity-Branche hat sich von den Verlusten der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise erholt. Das belegt eine aktuelle Studie zur Private Equity-Performance des Datenanbieters Preqin, bei der 5.000 Fonds weltweit untersucht wurden.
Im Jahr 2009 sind die Bewertungen (Net Asset Value) der Private Equity-Beteiligungen um 13,5 % angestiegen, damit konnten die Verluste des Jahres 2008 (-15,8 %) ausgeglichen werden. Auch wenn die Daten für das erste Quartal 2010 erst im weiteren Verlauf des Jahres veröffentlicht werden, gibt es laut Preqin bereits klare Indikatoren für eine Erholung des Marktes. So haben sich die Unternehmensbewertungen und Fonds-Performances seit dem zweiten Quartal 2009 verbessert und seit diesem Zeitpunkt steht die Private Equity-Branche vor einem erneuten Aufschwung.
Für den Einjahreszeitraum 2009 belief sich die Performance der untersuchten Fonds auf 13,3 %. Für den Einjahreszeitraum bis Ende September musste dagegen noch eine negative Performance von 9,2 % verbucht werden. Innerhalb der Private Equity-Branche haben Buy-Out-Fonds mit 16,7 % die höchste Rendite verzeichnet, darauf folgen Venture Capital (5 %) und Mezzanine-Fonds (2,3 %). Auch langfristig ist die durchschnittliche jährliche Rendite von Private Equity-Fonds immer noch deutlich positiv und liegt bei 17,5 % bezogen auf die letzten fünf Jahre.
Der vollständige „Private Equity Performance Report“ von Preqin steht Ihnen hier zum Download zur Verfügung.
Innovation ist eine notwendige Voraussetzung für den Aufschwung Europas – insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) weisen hierfür dem Vorhandensein von Wagniskapital eine tragende Rolle zu. Sie sehen Venture Capital als den zweitwichtigsten Faktor an, wenn es darum geht, dass sich Europa nach der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise im internationalen Vergleich als besonders innovationsfähig positionieren kann.
Dies zeigt die aktuelle Studie „Putting Europe Back on Track. The views of CEOs on building a more sustainable and competitive Europe.”, die von der Beratungsgesellschaft Accenture und der Business School INSEAD durchgeführt wurde. Insgesamt wurden mehr als 250 Geschäftsführer europäischer Unternehmen befragt, welche Faktoren sie für einen neuerlichen europäischen Aufschwung als bedeutend ansehen.
Bezogen auf die Innovationsfähigkeit Europas wird von den KMUs dem Vorhandensein von Clustern zu Forschung und Entwicklung bzw. sogenannter Centers of Excellence die größte Bedeutung beigemessen (49 %). Mit 42 % bewerten die kleinen und mittleren Unternehmen in Europa das Vorhandensein von Venture Capital als den zweitwichtigsten Faktor für Innovation, noch vor einer integrierten Innovationsvision und -strategie für die EU (40 %) und dem Vorhandensein hervorragender Fachkenntnisse (36 %). Auch 23 % der Großunternehmen sehen den Zugang zu Wagniskapital als erfolgskritisch an.
Der deutsche Private Equity-Markt setzt seine im zweiten Halbjahr 2009 begonnene Erholung fort. Im ersten Quartal 2010 wurden in Deutschland 1.285 Mio. € investiert. Damit blieben die Investitionen gegenüber dem Vorquartal (1.258 Mio. €) stabil. Im Vergleich zum Anfangsquartal des Vorjahres (346 Mio. €), dessen Ergebnis deutlich unter der Finanz- und Wirtschaftskrise litt, konnten die Investitionen fast vervierfacht werden. Dies geht aus der heute vom Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) für den deutschen Private Equity-Markt im ersten Quartal 2010 veröffentlichten Statistik hervor. Noch sind die Auswirkungen der Finanz-und Wirtschaftskrise zwar nicht vollständig überwunden, aber der Markt zeigt klare Tendenzen einer Rückkehr zur Normalität.
Zum positiven Quartalsergebnis trugen auch wieder größere Transaktionen bei. Diese waren noch bis in den Herbst des Vorjahres praktisch unmöglich. Aber bereits zum Jahresende 2009 zeichnete sich eine Entspannung ab, als wieder große Buy-Outs in Deutschland vermeldet wurden. Das Gros der Investitionen entfiel im abgelaufenen Quartal wiederum auf Buy-Outs (714 Mio. €). Minderheitsbeteiligungen (Growth und Replacement Capital) summierten sich auf 432 Mio. €. Wenige Impulse setzt hingegen nach wie vor der Venture Capital-Markt. Hier blieben die Investitionen unter dem Vorquartalswert zurück. Die Venture Capital-Investitionen erreichten insgesamt 132 Mio. €, was in etwa den Ergebnissen der Quartale zwei und drei des Vorjahres entspricht. Sie blieben aber gut ein Drittel unter dem Vorquartalswert von 213 Mio. €.
Der BVK erwartet für den Jahresverlauf eine weitere Entspannung der Marktlage.
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Im Handelsblatt vom 28. Mai wird der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Ernst Burgbacher, mit den Worten zitiert: “Niemand kann ernsthaft daran zweifeln, dass wir Private Equity brauchen”. Beteiligungskapital könne einen Beitrag dazu leisten, die Eigenkapitalmisere im deutschen Mittelstand zu beheben. Daher setze er sich für bessere Rahmenbedingungen ein. So müsse eindeutig sein, dass der Anleger und nicht der Private Equity-Fonds besteuert werde. Damit bestätigt Burgbacher nicht nur die wichtige volkswirtschaftliche Bedeutung von Private Equity. Er gibt auch ein klares Votum für die dringend notwendige Verbesserung der hierzulande verbesserungsbedürftigen rechtlichen Rahmenbedingungen ab.
Der Private Equity-Markt für Secondaries steht offenbar vor einem Aufwärtstrend. Von einem Secondary spricht man, wenn Anteile an einem Private Equity-Fonds an einen anderen Investor weiterverkauft werden.
Nach den vergangenen Jahren scheint die Trendwende im Secondary-Markt bevorzustehen. Entsprechend äußert sich Stephan Illenberger, Deutschlandchef der Beteiligungsgesellschaft Axa Private Equity, im Handelsblatt vom 26. Mai 2010. Er rechnet in den kommenden vier bis fünf Jahren mit zahlreichen Secondary-Transaktionen. Auch die Private Equity-Beratungsgesellschaft FHP erwartet im zweiten Halbjahr 2010, spätestens aber 2011, eine zunehmende Aktivität im Secondary-Markt. Als Ursache für diese Trendwende wird unter anderem angesehen, dass sich die Preiserwartungen von Verkäufern und Käufern angenähert haben. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 22,9 Mrd. $ für neue Secondary-Fonds eingesammelt.
Axa Private Equity ist bereits im Secondary-Markt aktiv, im April hat die Beteiligungsgesellschaft ein Portfolio im Wert von 1,9 Mrd. $ von der Bank of America Merrill Lynch erworben. Weitere Secondary-Engagements folgten: eines über rund 500 Mio. € der französischen Bank Natixis und ein kleineres der belgischen Großbank KBC.