Vom aktuellen Konjunkturaufschwung profitieren – das können Unternehmen mit Private Equity-Beteiligung derzeit bedeutend besser als traditionell finanzierte Firmen. Denn: Nach der Wirtschaftskrise haben die mit Beteiligungskapital unterstützten Unternehmen schneller wieder in ihre Erfolgsspur zurückgefunden, wie eine Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney ergab.
Von über 100 Private Equity finanzierten Unternehmen Westeuropas wurde die wirtschaftliche Performance der letzten vier Jahre untersucht und die Ergebnisse zeigen, dass besonders Portfoliounternehmen mit viel Eigenverantwortung wachstumsstark sind und sich die Finanzierung für die Private Equity-Fonds somit noch mehr rentiert, wenn sie als „Supervisor“ auftreten. Dies gilt vor allem für langsam wachsende Branchen wie Chemie, Konsumgüter und Retail, Manufacturing und Dienstleistungen. Unternehmen, denen die Beteiligungsgesellschaft zwar ein klares Programm aber auch viel Freiraum gibt, arbeiten wesentlich disziplinierter und machen Private Equity somit zu ihrem Erfolgsmodel. Das beweisen auch die Zahlen: Im Krisenjahr 2009 lag der durchschnittliche Umsatzrückgang für Private Equity finanzierte Unternehmen bei 3,8 % und war damit sehr viel geringer als bei den traditionell finanzierten Unternehmen (9,1%).
„Es ist für uns außerordentlich wichtig, jungen Unternehmen vermehrt Beteiligungskapital zur Verfügung zu stellen“, betont Klaus-Peter Flosbach, finanzpolitischer Sprecher der Unionsfraktion. In einem Meinungsbeitrag, der im aktuellen Private Equity Brief erschienen ist, hat sich Flosbach zum weiteren Ausbau von privatem Beteiligungs- und Wagniskapital geäußert, den die Regierung nicht aus den Augen verlieren will. Er ist sich dessen bewusst, „dass ein funktionierender Beteiligungsmarkt für die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Wirtschaft von entscheidender Bedeutung ist.“ Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die AIFM-Direktive, die nun die europäische Ebene verlässt und in nationales Recht umgesetzt werden soll. Der vollständige Meinungsbeitrag aus dem Private Equity Brief steht hier zum Lesen bereit.
In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) hat sich der Chef von Grohe, David J. Haines, zu den jüngsten Entwicklungen des Unternehmens geäußert. So wurde der Armaturenhersteller durch die Zusammenarbeit mit der Beteiligungsgesellschaft TPG nachhaltig neu aufgestellt und steht nun besser da, denn je zuvor, so Haines.
Der Umsatz hat sich zuletzt um 19 Prozent auf knapp eine Milliarde Euro gesteigert – das sind 29 Prozent mehr als 2009. Nun will Grohe laut Haines sogar den chinesischen Marktführer erwerben. Befragt nach den Auswirkungen des Einstiegs von Private Equity auf das operative Geschäft berichtet Haines, dass er in all der Zeit alle operativen Entscheidungen selbst gefällt hat und dabei nicht durch die Beteiligungsgesellschaft eingeengt gewesen sei. Private Equity habe Grohe stabilisiert, was dazu führte, dass das Unternehmen auch in der Wirtschafts- und Finanzkrise keine Finanzierungsprobleme hatte.
Private Equity zählt zu den Alternativanlagen, die derzeit immer interessanter für Investoren werden, so die Ergebnisse einer Umfrage der Beratungsgesellschaft Mackewicz & Partner. Aufgrund der niedrigen Verzinsung bei Staatsanleihen und der schwachen Renditen bei Tagesgeldern müssen sich die Investoren anderweitig engagieren. Um die versprochenen Garantieverzinsungen für ihre Kunden erwirtschaften zu können, orientieren sie sich deshalb verstärkt bei sogenannten alternativen Anlagen.
53 % der befragten Kapitalmanager planen Anlagen in Beteiligungskapital. Fast zwei Drittel der Versicherungen, Banken, Versorgungswerke, Pensionierungen und Family-Offices wollen mehr finanzielle Mittel in das Segment Infrastruktur fließen lassen.
Private Equity-finanzierte Unternehmen haben die Finanz- und Wirtschaftskrise erfolgreich gemeistert, wie eine neue Studie der SVG Advisers belegt. Untersucht wurden die Umsätze von 50 Unternehmen in den Jahren 2006 bis 2010 – nur im Krisenjahr 2009 mussten die Firmen einen Rückgang ihrer Umsätze hinnehmen. Rückblickend auf das vergangene Jahr erwarten die Unternehmen bereits wieder eine deutliche Ergebnisverbesserung.
Den Konjunktureinbruch federten die Unternehmen laut SVG mit umfassenden operativen und strategischen Maßnahmen ab. Zum Erfolg führten strategische Neuausrichtungen, Managementwechsel, Kostenreduzierungen und finanzielle Maßnahmen. Das Ergebnis: Die Private Equity-Manager und ihre Teams reagierten schnell und effektiv auf die Krise und konnten damit die Entwicklung der Unternehmen stark beeinflussen. So vollzogen u.a. zwei Drittel der Unternehmen einen Personalwechsel in der Senior-Management-Ebene.
Ein weiterer Schwerpunkt der Studie waren die finanziellen Verhältnisse der Unternehmen. Demnach haben gut ein Viertel finanzielle Restrukturierungen oder Neuverhandlungen ihrer Finanzierungen eingeleitet – die Ordnung der finanziellen Verhältnisse zählte zu den Aufgabenschwerpunkten. Nur sechs Unternehmen konnten in der Krise ihre Kreditbedingungen nicht erfüllen. Lediglich vier Unternehmen verloren die Private Equity-Investoren an die Kreditgeber. Zudem wurde die Verschuldung der Unternehmen im Untersuchungszeitraum signifikant reduziert, allein zwischen 2008 und 2009 sank das Kreditvolumen um 13 %.
Untersucht wurden die 50 größten Private Equity-Beteiligungen in Europa mit einem kumulierten Wert von mehr als 130 Mrd. € hinsichtlich ihrer Management-Aktivitäten, ihrer wirtschaftlichen Entwicklung und ihrer derzeitigen Positionierung am Markt.
Ein Secondary Buy-Out – also der Weiterverkauf eines Unternehmens von einer Private Equity-Gesellschaft an eine andere – bietet für die Beteiligungsgesellschaft, die neu erwirbt, nahezu das gleiche Wertsteigerungspotenzial wie der Kauf eines Unternehmens im Rahmen eines Primary Buy-Outs. Zu diesem Ergebnis gelangt die aktuelle Studie des Dachfonds-Managers Golding Capital Partners, die damit jegliche Vorurteile gegenüber dem Kauf von Unternehmen „aus zweiter Hand“ entkräftet. Die Analyse zeigt außerdem, dass die gängige Annahme, bei Secondary Buy-Outs werde mehr Fremdkapital eingesetzt, falsch sei. Zudem ist das operative Wertsteigerungspotenzial kein einmaliger Effekt: Die Beteiligung des Managements und die bessere Corporate Governance wirken sich dauerhaft positiv aus.
Derzeit gewinnen Secondary Buy-Outs zunehmend an Beliebtheit, weil aufgrund der wirtschaftlichen Situation Börsengänge oder Verkäufe an strategische Investoren keine lukrativ gleichwertige Lösung wären. Bislang wurde der Nutzen von Secondaries für die Käuferseite nahezu immer in Frage gestellt – zu Unrecht. Die Golding-Studie zeigt, dass der Käufer im Schnitt eine fast gleich große Wertsteigerung erreichen kann wie der vorhergehende Eigentümer. Aufgrund der unterschiedlichen Kernkompetenzen der Private Equity-Fonds können jeweils andere Schwerpunkte bei der Investition in ein Unternehmen gesetzt werden. So kann sich zum Beispiel ein Fonds auf den Ausbau einer kleinen Firma zu einem großen Unternehmen konzentrieren, während der nachfolgende Besitzer im nächsten Schritt die weltweite Expansion vorantreibt. Somit erlangen beide Private Equity-Gesellschaften einen Wertzuwachs für das Unternehmen und der Secondary Buy-Out zahlt sich sowohl für das Unternehmen als auch für die Beteiligungsgesellschaften aus.
Als Basis wurden für die Studie wurden historische Primary und Secondary Buy-Outs ausgewertet. Die Transaktionsdatenbank von Golding Capital Partners enthält dafür mehr als 6.000 Buy-Out-Transaktionen aus den Jahren 1977 bis 2009.
Für den Textilhändler Takko Holding könnte das neue Jahr den Gang an die Börse bringen. Das im Münsterland ansässige Unternehmen, das in ganz Europa rund 1.400 Filialen betreibt und einen Umsatz von knapp 1 Mrd. Euro erzielt, gehört damit zu dem rund halben Dutzend Unternehmen, die 2011 als Kandidaten für ein Debüt am deutschen Aktienmarkt gehandelt werden.
Die Bostoner Privat Equity-Gesellschaft Advent International hat Takko seit 2007 nach vorn gebracht. Aufgrund der positiven Entwicklung von Takko, kann nun einen Börsengang in Erwägung gezogen werden. Eine weitere Möglichkeit, die ebenfalls noch in Betracht steht, wäre der Verkauf an einen anderen großen Investor.
Mehr Produktivität und mehr Beschäftigung – dadurch zeichnen sich Branchen aus, in denen es viele Private Equity-Aktivitäten gibt. Auch erweisen sich diese Branchen in Krisenzeiten als stabiler. Das ist das Ergebnis einer neue Studie, an der neben dem führenden Wissenschaftler im Bereich Private Equity, Josh Lerner, die internationalen Private Equity-Experten Shai Bernstein, Harvard Business School, Morten Sorensen, Swedish Institute for Financial Research (SIFR) und Per Strömberg, Stockholm School of Economics mitgearbeitet haben. Die Studie ist Teil eines mehrjährigen Forschungsprojekts der beteiligten Wissenschaftler im Rahmen des World Economic Forums und setzt die Reihe diverser wissenschaftlicher Arbeiten zum Thema Private Equity fort. Ziel dieses Projekts ist die Untersuchung der globalen Auswirkungen von Private-Equity-Investitionen.
Die Studie widmet sich den Auswirkungen von Buy-Outs unter Beteiligung von Private Equity-Gesellschaften in den Jahren 1986 bis 2007 in 20 Branchen aus 26 Ländern. Dabei wurde der Einfluss von Private Equity auf das Wachstum und die Zyklizität der Branchen untersucht, indem die Zusammenhänge zwischen Private Equity-Investitionen und den Wachstumsraten von Variablen wie Produktivität und Beschäftigung analysiert wurden. Dabei verglichen die Autoren die Wachstumsrate einer bestimmten Branche mit dem durchschnittlichen Gesamtwirtschaftswachstum im selben Jahr. Außerdem wurden länder- und branchenspezifische Faktoren berücksichtigt. Damit war es möglich, die Auswirkungen von Private Equity-Transaktionen im Vergleich zur durchschnittlichen Entwicklung in einem bestimmten Land, in einer bestimmten Branche und in einem bestimmten Jahr zu bewerten.
Die Ergebnisse zeigen, dass Branchen mit Private Equity-Aktivitäten schneller gewachsen sind als andere. Das belegen die Daten für Gesamtproduktion, Wertschöpfung, Lohnniveau und Beschäftigung. Dabei spielt die Höhe der Investitionen keine bedeutende Rolle: In den Industriezweigen mit Private Equity-Aktivitäten gibt es kaum signifikante Unterschiede zwischen den Branchen mit besonders hohem oder eher niedrigem Niveau an Private Equity-Investitionen. Hinsichtlich der Zyklizität kommt die Studie zum Ergebnis, dass Branchen mit Private Equity-Aktivitäten in Branchenzyklen nicht stärker schwanken als Vergleichsbranchen und manchmal sogar weniger volatil sind. Die niedrigen Schwankungen zeigten sich vor allem bei den Variablen Lohnniveau und Beschäftigung. Es gibt zudem kaum Hinweise darauf, dass zyklische Schwankungen durch Private Equity-Investitionen verstärkt werden.
Ausführliche Informationen finden Sie auch in unserer Sonderausgabe des Private Equity Briefs.
Investoren scheinen Private Equity nicht länger skeptisch gegenüberzustehen. Dem Handelsblatt zufolge ist der britische Finanzinvestor BC Partners erfolgreich beim Einsammeln seines voraussichtlich 6 Mrd. € schweren neuen Fonds, der als Feuerprobe für den Markt gilt. Er plant, bis Anfang Februar die Hälfte der Summe erzielt zu haben. Spätestens im Herbst soll der Fonds dann geschlossen werden. Auch das Fundraising anderer Private Equity-Häuser läuft zufriedenstellend, wie Branchenkenner berichten.
Die Zahlen machen den Unterschied zu vergangenen Zeiten jedoch deutlich: 2010 sammelten Private Equity-Fonds lediglich 172 Mrd. Dollar neue Gelder ein, im Boomjahr 2007 hingegen kam die Branche auf 650 Mrd. Dollar. Zudem entschieden sich Private Equity-Anleger vor der Krise bereits nach 12 Monaten für das Einwerben der Gelder, derzeit liegt der Vergleichswert bei fast 20 Monaten. Dennoch profitieren die Finanzinvestoren mittlerweile wieder von der weltweiten Erholung der Wirtschaft – das wiederum führt zu Wertsteigerungen ihrer Investitionen in die Firmen. Damit gehört die Zurückhaltung aufgrund der allgemeinen Marktsituation der Großanleger, in Private Equity zu investieren, der Vergangenheit an.
Große Gesellschaften wie Apax, EQT oder Versicherer und andere institutionelle Investoren wollen im kommenden Jahr wieder mit neuen Geldern in Aktion treten, da die bisher vorhandenen großteils investiert seien. Golding Capital Partners beobachtet bei den milliardenschweren US-Pensionskassen sowie den Staatsfonds aus Asien und dem Nahen Osten ein erwachendes Interesse für Private Equity. Diese großen Investoren seien wichtig, wenn es um Milliardenfonds ginge, die durchaus keine Selbstläufer seien, bestätigt Golding.
Die vielen Unternehmensgründungen im letzten Jahr haben über eine halbe Million neuer Arbeitsplätze geschaffen. Um genau zu sein: 560.000 Neueinstellungen – und damit so viele wie seit Jahren nicht mehr! Die neuen Rekordzahlen liefert das aktuelle Gründungspanel von KfW, ZEW Mannheim und Creditform. Für das Panel werden jedes Jahr 6000 Unternehmen untersucht.
Und es gibt noch mehr positive Nachrichten: Es stieg nicht nur die Zahl der Unternehmensgründungen, sondern die Firmen wurden mit durchschnittlich drei Vollzeitstellen auch größer. Zudem registrierte Axel Nawrath, Vostandsmitglied der KfW, dass die Umsatz- und Gewinnsituation sich im Krisenjahr 2009 stabilisiert habe und auch weitere auch Erfolgskurs stehe. Die jungen Unternehmen hätten die Wirtschaftskrise gut gemeistert.
Einziges Manko: Die Start-ups investieren weniger. Das liegt möglicherweise auch daran, dass Firmen, die sich auf Marktneuheiten spezialisiert haben, schwerer an Bankkredite kommen. An dieser Stelle greift Private Equity an und ermöglicht den Unternehmen so ihren Start zu einem erfolgreichen Business.