US-amerikanische Unternehmen, die mit Private Equity finanziert sind, beschäftigen mehr als sechs Mio. Arbeitnehmer – das sind über fünf Prozent aller im privatwirtschaftlichen Sektor Beschäftigten. Dies ist Ergebnis einer aktuellen Studie des Private Equity Councils (PEC).
In den vergangenen zehn Jahren haben Private Equity-Gesellschaften mehr als eine Billion Dollar in 9.500 US-amerikanische Unternehmen investiert. Das entspricht Investitionen von durchschnittlich 120 Mio. $ pro Unternehmen. Über 2.500 der Private Equity-finanzierten Unternehmen in den USA sind im herstellenden Gewerbe tätig. Sie beschäftigen insgesamt mehr als 1,3 Mio. Arbeitnehmer.
Die Zahl von sechs Mio. Arbeitnehmern basiert auf Angaben von 3.650 (39 %) der 9.473 mit Private Equity finanzierten Unternehmen. Der PEC geht davon aus, dass die US-amerikanischen Unternehmen, in die Beteiligungsgesellschaften investieren, insgesamt rund 10,9 Mio. Arbeitnehmer beschäftigen.
Die Studie zeigt außerdem, dass alle 50 US-Staaten von Private Equity profitieren. Eine Übersicht, die die wichtigsten Informationen über die Bedeutung von Private Equity in den einzelnen Staaten enthält, finden Sie hier.
Immer mehr mittelständische Unternehmen finanzieren ihr Wachstum mit Private Equity. Dies zeigt eine aktuelle Studie des Beratungs- und Prüfungsunternehmen Rödl & Partner. Über 300 in Deutschland tätige Beteiligungsgesellschaften wurden im Frühjahr 2010 befragt, 38 % der Gesellschaften beteiligten sich an der Erhebung.
Beteiligungskapital wird im Mittelstand immer mehr zu einer gängigen Finanzierungsform. Vor allem bei der Finanzierung von Wachstum greifen mittelständische Unternehmen auf Private Equity zurück. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass Beteiligungsgesellschaften zunehmend bereit sind, auf Mehrheitsbeteiligungen zu verzichten. Mehr als die Hälfte der befragten Gesellschaften akzeptiert eine Beteiligung von weniger als 50 %, eine Minderheitsbeteiligung von unter 25 % würden 27 % der Private Equity-Gesellschaften eingehen. Außerdem hat sich die durchschnittliche Haltedauer von Beteiligungen erhöht, was den mittelständischen Unternehmen entgegen kommt. Mehr als drei Viertel der Beteiligungsgesellschaften streben längerfristige Beteiligungen von bis zu zehn Jahren an.
Weiteres Ergebnis der Studie: Der deutsche Mittelstand ist für Beteiligungsgesellschaften nach wie vor äußerst attraktiv. 80 % des Beteiligungskapitals wird in mittelständische Unternehmen investiert. Dabei sind insbesondere Unternehmen aus der IT-Branche (44,4 %) für Investoren interessant. Auch die Bereiche Umwelttechnologie (35,2 %), Medizintechnik und Biotech (je 29,6 %) sowie Erneuerbare Energien sind für die Beteiligungsgesellschaften attraktiv. Ausschlaggebend für eine Beteiligung ist die Innovationskraft der Unternehmen.
Beliebtester Standort für Investitionen ist Bayern (35,5 %), vor Nordrhein-Westfalen (27,8 %) und Baden-Württemberg (18,5 %). Das für Beteiligungsgesellschaften attraktivste Bundesland in Ostdeutschland ist Sachsen (4,3 %). Gründe für die Präferenzen der Private Equity-Gesellschaften sind unter anderem die Wirtschaftsstruktur, die Zahl der attraktiven Unternehmen und die aktive Gründerszene in den jeweiligen Regionen.
Die Studie macht außerdem deutlich, dass Private Equity nicht nur auf die „Big Deals“ reduziert werden darf, denn trotz Finanzkrise ist der Markt sehr aktiv und die Beteiligungsgesellschaften zeigen sich optimistisch: 66 % der Private Equity-Gesellschaften erwarten eine im Vergleich zum Vorjahr positivere Entwicklung des Marktes. Als wichtigstes Hindernis für eine positive Entwicklung werden die schwierigen steuerlichen Rahmenbedingungen für Private Equity in Deutschland angesehen.
Die Beteiligungsgesellschaft Advent International hat für seinen fünften Lateinamerika-Fond 1,65 Mrd. $ bei den institutionellen Investoren eingeworben. Mit diesem Volumen ist er der größte Fonds, der jemals für Lateinamerika aufgelegt worden ist. Trotz der aktuellen Finanzkrise konnte damit das Volumen des Vorgängerfonds um 25 % übertroffen werden. Da viele Schwellenländer im Vergleich zu „reiferen“ Industrienationen ein stärkeres Wirtschaftswachstum aufweisen, investieren Private Equity-Gesellschaften zunehmend in Unternehmen aus solchen Regionen. Laut einem Bericht im Handelsblatt vom 13. April plant Advent Investitionen in Unternehmen mit einem Wert von 50 bis 750 Mio. $.
Die Beteiligungsgesellschaft hat seit 1996 insgesamt rund fünf Mrd. $ für Investitionen in Lateinamerika aufgebracht.
Gleich vier erfolgreiche Börsengänge gab es in den vergangenen zwei Wochen. Alle Börsenneulinge zählen Beteiligungsgesellschaften zu ihren Gesellschaftern. Der IPO des Kabelnetzbetreibers Kabel Deutschland (KDG) am 22. März war der größte deutsche Börsengang seit zwei Jahren. Der bisherige Eigentümer des Unternehmens, die Beteiligungsgesellschaft Providence Equity Partners, bleibt vorerst Mehrheitsaktionär. Der IPO von Kabel Deutschland brachte einen Erlös von 760 Mio. € ein. Nur wenige Tage später folgte der Börsengang der Modekette Tom Tailor mit einem Emissionsvolumen von rund 165 Mio. €. Das Unternehmen befindet sich seit 2005 im Eigentum der Beteiligungsgesellschaft Alpha.
Seit dem 29. März werden nun auch die Aktien des Chemikalienhändlers Brenntag an der Frankfurter Börse gehandelt. Der Börsengang des Unternehmens, das bisher im Besitz der Private Equity-Gesellschaft BC Partners war, hatte ein Emissionsvolumen von 748 Mio. €. Die Aktie schloss an ihrem ersten Handelstag 8 % über ihrem eigentlichen Ausgabepreis von 50 €. Nur einen Tag später kam der chinesische Amaturenhersteller Joyou zu seinem Börsendebüt – seine Aktien lagen sogar 12 % über dem Ausgabepreis. Auch dieses Unternehmen wurde zuvor von chinesischen Beteiligungsgesellschaften finanziert.
Alle IPOs der letzten Wochen sind bei den Anlegern auf große Nachfrage gestoßen. Insgesamt haben die vier Börsendebütanten Kabel Deutschland, Brenntag, Tom Tailor und Joyou damit innerhalb einer Woche 1,75 Mrd. € eingesammelt. Dagegen hat es seit Herbst 2007 in Deutschland nur vier Börsengänge im regulierten Markt mit einem Gesamterlös von 630 Mio. € gegeben.
Die vier erfolgreichen Börsengänge können eine Vorreiterrolle übernehmen und den deutschen IPO-Markt wieder zu neuem Leben erwecken, denn ermuntert durch die erfolgreichen Börsenpremieren könnten nun weitere Unternehmen diesen Weg der Kapitalbeschaffung gehen. Zudem belegen die jüngsten IPOs eine Tendenz, wonach Private Equity-finanzierte Unternehmen in den letzten Jahren mehr als die Hälfte der Börsenneulinge in Deutschland ausmachten.
Die Beteiligungsgesellschaft Ventizz Capital Partners hat zwei Unternehmensübernahmen abgeschlossen. Bereits vor kurzem erwarb der Finanzinvestor 44,2 % der Conlinet Holding. Das in Essen ansässige Infrastrukturunternehmen ist Anbieter von Glasfasernetzen und hat sich dabei auf den Ausbau von Breitbandnetzen spezialisiert. Am 24. März folgte mit dem Kauf der Bitterfelder Solartechnikfirma Sovello AG die zweite Übernahme innerhalb kurzer Zeit. Ventizz kündigte eine Erhöhung des Eigenkapitals von Sovello um einen zweistelligen Millionenbetrag an, um somit das Unternehmen, das 2009 einen Umsatzrückgang zu verzeichnen hatte, zu entlasten. Die Transaktionen haben zusammen ein Volumen von knapp 70 Mio. €; das Kapital stammt aus dem aktuellen Beteiligungsfonds von Ventizz, der 450 Mio. € umfasst. Gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sagte Dr. Helmut Vorndran, Vorstandssprecher von Ventizz, die Beteiligungsgesellschaft arbeite derzeit an einer weiteren Übernahme. Außerdem seien auch Verkäufe einzelner Portfoliounternehmen in diesem Jahr möglich.
Obwohl die Übernahmen von Conlinet und Sovello bereits seit einem Jahr verhandelt wurden, so können die aktuellen Transaktionen von Ventizz auch als ein Hinweis für eine Belebung des deutschen Private Equity-Marktes gewertet werden.
Seit gestern wird der Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland an der Börse gehandelt – es ist der größte deutsche Börsengang (IPO) seit zwei Jahren. Der bisherige Eigentümer des Unternehmens, die Beteiligungsgesellschaft Providence Equity Partners, bleibt vorerst Mehrheitsaktionär, denn nur rund ein Drittel aller Aktien wurden platziert. Aktuell werden die Aktien des Unternehmens mit einem Wert von 22 Euro gehandelt. Zuvor hatte der Finanzinvestor Angebote anderer Beteiligungsgesellschaften, die Kabel Deutschland für einen Kaufpreis von rund 5 Mrd. Euro übernehmen wollten, abgelehnt. Auf diesen Wert wird das Unternehmen nun geschätzt – das lässt darauf schließen, dass Providence davon ausgeht, weitere Aktien zu einem späteren Zeitpunkt zu einem höheren Kurs verkaufen zu können. Die Beteiligungsgesellschaft geht also zumindest mittelfristig von einer positiven Kursentwicklung aus – Voraussetzung dafür ist eine positive Entwicklung des Unternehmens.
Auch für andere Unternehmen ist ein Börsengang vorgesehen, unter anderem für die Modekette Tom Tailor und den Chemikalienhändler Brenntag.
Laut einer aktuellen Umfrage der KfW-Bankengruppe unter den wichtigsten Unternehmerverbänden stellen sich die deutschen Unternehmen auf schlechtere Kreditbedingungen ein. 75 % der Verbände rechnen damit, dass es für Firmen im ersten Quartal 2010 schwieriger wird, einen Kredit zu erhalten.
Somit besteht die Gefahr, dass der Finanzierungsbedarf im Aufschwung nicht gedeckt werden kann. Auch wenn es keine flächendeckende Kreditklemme gebe, so könne dennoch der Konjunkturaufschwung gebremst werden. Über 90 % der Befragten gaben an, dass die Unternehmen planen, Investitionen zu kürzen oder gar zu streichen. Vor allem für kleine und mittlere Unternehmen sei es in diesem Jahr deutlich schwerer, neue Kredite von den Banken zu erhalten.
Wie die Börsen Zeitung berichtet, wird Private Equity im Mittelstand vermehrt als Finanzierungsform wahrgenommen. So nannten in einer Umfrage von Deloitte mehr als die Hälfte der befragten Automobilzulieferer Finanzinvestoren als mögliche Quelle zur Schließung bestehender Eigenkapitallücken. „Die Bedeutung von Private Equity wird sehr viel größer werden als in der Vergangenheit”, sagte Herbert Reiß, der für den Mittelstand in Deutschland zuständige Partner der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, auf einem Seminar des Deutschen Aktieninstituts (DAI) in Frankfurt. Beteiligungsgesellschaften hätten große Chancen in der Wachstumsfinanzierung. Die Geschäftsmodelle der Finanzinvestoren veränderten sich hin zu mehr Betreuung der Unternehmen und einer größeren Identifikation mit den Portfolio-Firmen.
Das Spezialchemieunternehmen Cognis hat seine Restrukturierung erfolgreich abgeschlossen und ist nun bereit für einen Gang an die Börse. Das sagte Cognis-Chef Antonio Trius gegenüber der Süddeutschen Zeitung vom 15. Februar.
Seit 2001 sind die beiden Beteiligungsgesellschaften Permira und Goldman Sachs die Eigentümer der früheren Henkel-Tochter. Vor drei Jahren haben die Investoren die Finanzierung von Cognis umgestellt – aus heutiger Sicht ein sehr günstiger Zeitpunkt. Im Rahmen der Restrukturierung hat Cognis im Herbst 2008 die Textil- und Grundstoffsparte verkauft – seitdem konzentriert sich der Spezialchemiekonzern auf die Bereiche Kosmetik und Waschen, Nahrungsmittel sowie Pflanzenschutz, Farben und Schmierstoffe. Laut Trius haben alle Geschäftsbereiche positive Wachstumschancen, seit dem dritten Quartal 2009 steige auch wieder die Nachfrage. Nach der gelungenen Restrukturierung blickt der Cognis-Chef positiv in die Zukunft: „Jetzt wächst Cognis und wird von Jahr zu Jahr wertvoller“ – und auch einen Börsengang des Spezialchemiekonzerns hält er für möglich.
Für die kommenden Monate und Jahre erwarten Finanzinvestoren, dass die Bedeutung von Transaktionen innerhalb der Private Equity-Branche, so genannter Secondary-Buy-outs, zunimmt. Entsprechend äußerte sich auch David Rubenstein, Gründer des US-amerikanischen Private Equity-Fonds Carlyle, gegenüber dem Handelsblatt vom 11. Februar 2010.
Vor der Finanzkrise hätten Beteiligungsgesellschaften bis zu 35 % ihrer Portfoliounternehmen an eine andere Private Equity-Gesellschaft verkauft. Rubenstein erwartet, dass dieser Wert sogar übertroffen wird. Derzeit möchten viele Beteiligungsgesellschaften Unternehmen, die sie vor der Krise erworben haben, verkaufen, um ihren eigenen Investoren eine entsprechende Rendite zu ermöglichen. Neben einem Börsengang (IPO) kommt nun für immer mehr Beteiligungsgesellschaften auch ein Secondary-Buy-out in Frage. Das wird beispielsweise am Unternehmen Kabel Deutschland deutlich – der Eigentümer, die Beteiligungsgesellschaft Providence Equity Partners, zeigt sich auch gegenüber Angeboten aus der Private Equity-Branche aufgeschlossen, bereitet parallel aber den Börsengang des Kabelnetzbetreibers vor.
Weltweit besitzen Private Equity-Gesellschaften Kapital in Höhe von mehr als 1 Billion Dollar, das investiert werden kann. Insofern sind die notwendigen Voraussetzungen für eine wachsende Anzahl von Secondary-Buy-outs gegeben.