Die vielen Unternehmensgründungen im letzten Jahr haben über eine halbe Million neuer Arbeitsplätze geschaffen. Um genau zu sein: 560.000 Neueinstellungen – und damit so viele wie seit Jahren nicht mehr! Die neuen Rekordzahlen liefert das aktuelle Gründungspanel von KfW, ZEW Mannheim und Creditform. Für das Panel werden jedes Jahr 6000 Unternehmen untersucht.
Und es gibt noch mehr positive Nachrichten: Es stieg nicht nur die Zahl der Unternehmensgründungen, sondern die Firmen wurden mit durchschnittlich drei Vollzeitstellen auch größer. Zudem registrierte Axel Nawrath, Vostandsmitglied der KfW, dass die Umsatz- und Gewinnsituation sich im Krisenjahr 2009 stabilisiert habe und auch weitere auch Erfolgskurs stehe. Die jungen Unternehmen hätten die Wirtschaftskrise gut gemeistert.
Einziges Manko: Die Start-ups investieren weniger. Das liegt möglicherweise auch daran, dass Firmen, die sich auf Marktneuheiten spezialisiert haben, schwerer an Bankkredite kommen. An dieser Stelle greift Private Equity an und ermöglicht den Unternehmen so ihren Start zu einem erfolgreichen Business.
Steigendes Interesse an Private Equity – das ist das Ergebnis einer aktuell erschienenen Studie von Preqin. Weltweit wurden 100 bedeutende institutionelle Institutionen befragt, die in Private Equity investieren. Im Mittelpunkt der Untersuchung standen ihre Einstellung zu Private Equity und die Zukunftspläne für weitere Einlagen in Private Equity-Fonds. Dabei ging die Finanz- und Wirtschaftskrise in den letzten eineinhalb Jahren auch am Private Equity-Markt nicht spurlos vorüber. Während Fonds im Jahr 2008 weltweit noch 653 Mrd. $ einwarben, waren es im Folgejahr nur noch 286 Mrd. $.
Fallende Bewertung börsengehandelter Anlagen bei gleichzeitig stabilen Private Equity-Anlagen führten dazu, dass viele Investoren ihre Zielallokation für Private Equity überschritten und keine Neuengagements vornehmen konnten. Im Dezember 2009 gaben dies noch 21 % der Befragten an, in der aktuellen Befragung waren es nur noch 6 %. Dagegen liegen weltweit 54 % unter ihrer Private Equity-Zielallokation.
Entsprechend sind die Private Equity-Investoren zuversichtlicher hinsichtlich neuer Investitionen geworden: 98 % wollen ihre Private Equity-Allokation innerhalb des Portfolios auf Sicht von drei bis fünf Jahren beibehalten oder sogar noch weiter aufstocken. Mit Blick auf die geplanten Engagements gaben 43 % an, im laufenden Jahr mehr investieren zu wollen als 2009. Für 2011 planen 39 % nochmals mehr als 2010 zu investieren. Ebenfalls 39 % wollen die Zahl ihren Geschäftsbeziehungen zu einzelnen Beteiligungsgesellschaften in den kommenden zwei Jahren steigern, weitere 48 % zumindest beibehalten.
Auch wenn das Vertrauen in Private Equity durch die Finanzkrise einen Rückschlag hinnehmen musste, so sind doch immer noch mehr als drei Viertel der Institutionellen mit den Renditen ihrer Private Equity-Engagements zufrieden. Die Studie steht auf der Website von Prequin www.preqin.com zum Download.
(Preqin, 8.10.2010)
In einer aktuellen Studie hat Golding Capital Partners gemeinsam mit Prof. Oliver Gottschalg (HEC Paris) untersucht, inwiefern Private Equity-Fonds in der Lage sind, eine nachhaltige Performance zu erzielen sowie die erworbenen Unternehmen fundamental zu unterstützen und zu verbessern. Die Studie wurde auf Basis der Transaktions-Datenbank von Golding Capital Partners durchgeführt, die über 4.000 relevante realisierte Transaktionen über einen mehr als 30-jährigen Zeitraum (1977–2009) abdeckt.
Die Analyse ergab, dass Private Equity-Transaktionen im Durchschnitt – unter Berücksichtigung aller erforderlichen Korrekturen für Leverage, Timing und Branchenmix – ein positives Alpha (Überrendite) von 7,1 % über der vergleichbaren Rendite am Aktienmarkt erzielen. In schwierigen Zeiten mit schlechter Aktienmarktperformance erzielt Private Equity ein besonders hohes Alpha: Durchschnittlich liegt die Private Equity-Rendite dann rund 15 % über der vergleichbaren Rendite am Aktienmarkt. Im Boom, also in den Phasen stark positiver Wertentwicklung an den Aktienmärkten, erreicht Private Equity ähnlich gute Ergebnisse wie Aktien; die häufig sehr guten Renditen werden dabei vor allem durch ein positives Marktumfeld getrieben. In stabilen oder leicht positiven Phasen liegt das Alpha erwartungsgemäß zwischen diesen Extremen, also bei 5 % bis 10 %.
Die Ursachen für die Überrendite von Private Equity gegenüber dem Aktienmarkt liegen vorwiegend in der überlegenen Corporate Governance von Private Equity-Transaktionen, im besseren Management der Zielunternehmen und in der Unterstützung durch erfahrene Fondsmanager. Private Equity-Fonds bringen über eine bessere Corporate Governance mehr Momentum und gleichzeitig mehr Disziplin auf allen Ebenen ein. Die Interessen des Eigentümers und des Managements stehen im Einklang, dank besserer Anreizstrukturen ist ein qualifiziertes Management auch für kleinere und mittlere Unternehmen zu gewinnen, es bestehen keine unternehmensfremden Ziele, und die Unternehmen können aufgrund kurzer Entscheidungswege schneller und effizienter auf Herausforderungen reagieren. Zusätzlich besitzen Private Equity-Fonds spezifische Fähigkeiten, um ihre Portfoliounternehmen aktiv zu unterstützen. Sie können mithilfe eines kompetent besetzten Beirats zielgenau und effektiv eingreifen. Sie können ihre Erfahrung sowohl bei Expansionsstrategien als auch bei der Professionalisierung und Institutionalisierung der Unternehmen einbringen. Nicht zuletzt können die Fonds ihre Erfahrung aus Krisen in der Vergangenheit konstruktiv einsetzen.
Die neue Ausgabe des Private Equity Politik-Briefs ist den Forschungsergebnissen von Josh Lerner, Professor an der Harvard Business School gewidmet. Der weltweit renommierteste Wissenschaftler in der Private Equity-Forschung stellt in dieser Sonderausgabe das von ihm geleitete dreijährige Forschungsvorhaben des Weltwirtschaftsforums vor, in dem die globalen Auswirkungen von Private Equity-Investitionen untersucht wurden. Seine wichtigsten bestätigten Thesen: Private Equity fördert Innovationen, Private Equity-finanzierte Unternehmen haben eine geringere Insolvenzrate und Private Equity-Investitionen ziehen keinen erheblichen Arbeitsplatzabbau nach sich. Mehr Details und Ergebnisse der Studie gibt es zum Nachlesen in der Sonderausgabe des Private Equity Politik-Briefs hier.
Ein Anstieg von Venture Capital-Aktivitäten wirkt sich positiv auf das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) aus. Dies belegt die aktuelle Studie „Venture Capital adds economic spice“ der Deutsche Bank Research, die die Daten von 14 europäischen Ländern und den USA für den Zeitraum 1989 bis 2009 ausgewertet hat.
Demnach bewirkt eine Zunahme der Venture Capital-Investitionen in Höhe von 0,1 % des BIP einen realen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um 0,3 Prozentpunkte. Einen noch größeren Einfluss haben Investitionen im Frühphasenbereich, dem so genannten Early Stage-Segment: Bei einer entsprechenden Investitionszunahme steigt das BIP sogar um 0,96 Prozentpunkte.
Eine Zunahme von Investitionen im Bereich Venture Capital (VC) geht also mit einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes einher. Hierbei sind die Einflüsse wechselseitig: In einer Wirtschaft mit hohen Wachstumsraten sind Investoren eher bereit, Risikofinanzierungen für aussichtsreiche Technologien zur Verfügung zu stellen – Venture Capital-Investitionen nehmen dann zu. Andererseits unterstützt Venture Capital innovative Start-up-Unternehmen dabei, neue Technologien auf den Markt zu bringen, was positive Auswirkungen auf den Wettbewerb hat. Als Folge daraus resultiert Wirtschaftswachstum. Auch wenn zwischen der Entwicklung des BIP und der Venture Capital-Aktivitäten wechselseitige Beziehungen bestehen, so konnte nachgewiesen werden, dass der Einfluss von erhöhten Venture Capital-Investitionen auf das Wachstum des BIP größer ist als umgekehrt. Hierbei wird angeführt, dass zwar Länder mit lebhaften Venture Capital-Aktivitäten ein stärkeres Wirtschaftswachstum aufweisen, aber nicht alle Länder mit einem hohen BIP auch einen stark entwickelten Venture Capital-Markt haben.
Vor dem Hintergrund, dass Wagniskapital das Wirtschaftswachstum fördert, ist eine zentrale Frage, welche Faktoren dazu beitragen können, dass sich eine lebendige Venture Capital-Branche entwickelt. Denn im Gegensatz zu anderen Ländern ist der Venture Capital-Markt in Deutschland vergleichsweise klein. Die Studie führt hierbei unter anderem umfangreiche Gründungsaktivitäten an. Von großer Bedeutung sind auch die steuerlichen Rahmenbedingungen.
Die vollständige Studie finden Sie hier.
Weltweit wagen immer mehr Private Equity-finanzierte Unternehmen den Gang an die Börse. Insgesamt gab es in den ersten acht Monaten des Jahres 2010 84 Börsengänge (IPOs) von Unternehmen, an denen eine Private Equity-Gesellschaft mehrheitlich beteiligt war (Buy-Out). Deren Volumen belief sich auf zusammen 19,7 Mrd. $. Damit wurden die Vergleichswerte der jüngeren Vergangenheit deutlich übertroffen. Der Anstieg der Anzahl und des Volumens der Börsengänge ist erheblich: Im Vergleichszeitraum 2009 brachten acht Börsengänge 2,4 Mrd. $ ein, in den ersten acht Monaten des Jahres 2008 wurden 40 IPOs mit einem Volumen von 9,8 Mrd. $ gezählt. Trotz des jüngsten Aufschwungs am IPO-Markt ist die Buy-Out-Branche noch deutlich von den Zahlen des Jahres 2007 entfernt: Hier brachten 144 Börsengänge in den ersten acht Monaten des Jahres 38,5 Mrd. $ ein. Nach Angaben des Datenanbieters Dealogic sind im weiteren Jahresverlauf weitere Börsengänge zu erwarten.
Doch nicht nur im Buy-Out-Segment finden immer mehr Börsengänge statt, auch bei Venture Capital-finanzierten Unternehmen ist ein Anziehen der IPO-Aktivitäten festzustellen. Dies belegen aktuelle Daten der US-amerikanischen National Venture Capital Association (NVCA) und des Datenanbieters Thomson Reuters zu den Börsengängen Wagniskapital-finanzierter Unternehmen in den USA. Hier ist das zweite Quartal des Jahres 2010 mit 17 Börsengängen und einem Volumen von 1,3 Mrd. $ das erfolgreichste seit dem vierten Quartal 2007. In diesem Marktsegment stiegen Anzahl und Volumen der Börsengänge bereits das dritte Quartal in Folge.
Der Erholungstrend im deutschen Private Equity-Markt, der im Sommer 2009 begonnen hatte, setzt sich auch im 2. Quartal 2010 fort: Das German Private Equity Barometer steigt nochmals um 15,9 Zähler auf nun 45,8 Punkte und liegt damit rund 7 Punkte über seinem historischen Durchschnitt. Der Stimmungsindikator für den deutschen Beteiligungskapitalmarkt wird von der KfW Bankengruppe und dem Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) ermittelt.
Sowohl die Einschätzung der aktuellen Lage als auch die Bewertung der Geschäftsaussichten für den deutschen Beteiligungsmarkt haben sich verbessert. Zudem ist mit einer weiteren Aufwärtsbewegung zu rechnen, da die Erwartungskomponente des Indikators positiver ausfällt als die Beurteilung der aktuellen Situation. Der Stimmungsaufschwung ist in beiden Marktsegmenten, der Früh- und auch der Spätphase, zu beobachten. Die jüngste positive Entwicklung wurde vor allem durch das Frühphasensegment getragen – hier fallen die aktuelle Lageeinschätzung und die Geschäftsaussichten überdurchschnittlich aus –, die Spätphasenfinanzierer bewerten das Geschäftsklima positiv, aber noch etwas zurückhaltender.
Das Geschäftsklima im deutschen Private Equity-Markt hat sich damit von den Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise erholt und die Teilindikatoren signalisieren eine recht stabile Markterholung. Dennoch existieren im deutschen Beteiligungsmarkt, der im Vergleich zu anderen Industrieländern eher unterentwickelt ist, Unsicherheiten. So werden die Fundraising- und Exit-Situation in der Frühphase weiterhin als kritisch eingeschätzt.
Die Frankfurter Beteiligungsgesellschaft Equity Capital Management (ECM) übernimmt zusammen mit dem bestehenden Management die Bäckereikette Kamps. Der italienische Nudelkonzern Barilla, der im Jahr 2002 die Mehrheit an Kamps für 1,8 Mrd. € übernommen hatte, wird das Tochterunternehmen an den Private Equity-Investor veräußern. Nach Informationen des Handelsblatts soll sich der Kaufpreis für das Kamps-Filialgeschäft auf 30 bis 40 Mio. € belaufen. Die großen industriellen Bäckereien von Kamps bleiben weiterhin in Besitz von Barilla.
Das Investment in die Bäckereikette Kamps war für den italienischen Konzern nie sehr erfolgreich gewesen. Bereits 2008 hatte Barilla versucht, die fünf Bäckereien und 900 Kamps-Filialen – ein Teil des seinerzeit übernommenen Unternehmens – zu verkaufen. Mit ECM als neuem Eigentümer hat die Bäckereikette nun das Potenzial, ihr Wachstum unabhängig von einem Konzern fortzusetzen.
Deutsche und internationale Venture Capital-Gesellschaften (VCs) erwarten eine schwierige Zukunft für die Branche. Dies belegt die aktuelle „Global Venture Capital Survey“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte und der US-amerikansichen National Venture Capital Association (NVCA) und verschiedener anderer internationaler Private Equity-Verbände, darunter auch der BVK. An der Studie haben weltweit mehr als 500 Venture Capital-Manager teilgenommen.
Insgesamt erwarten 62 % der Befragten, dass die Anzahl an VCs in ihren Heimatländern in den kommenden fünf Jahren sinken wird. Dabei unterscheiden sich die Erwartungen US-amerikanischer und europäischer Venture Capital-Fonds deutlich von denen, die in Schwellenländern tätig sind: Während in den USA (92 %) und Europa (z.B. Frankreich: 83 %) die deutliche Mehrheit von einer Konsolidierung der Branche ausgeht, erwarten VCs in den Schwellenländern eine steigende Anzahl an VC-Gesellschaften (China: 99 %, Brasilien: 97 %, Indien: 85 %). Entsprechend dieser Einschätzungen fällt auch der Ausblick auf das für Investitionen zur Verfügung stehende Kapital aus.
Für Deutschland zeigte sich folgendes Bild: 61 % der befragten deutschen Gesellschaften erwarten einen leichten oder moderaten Rückgang der Anzahl der VCs hierzulande, und weitere 17 % gehen zumindest von einer konstanten Anzahl aus. Hinsichtlich des verfügbaren Investitionskapitals in den nächsten fünf Jahren rechnen zwar gut ein Drittel mit einem Anstieg – demgegenüber stehen aber 45 %, die einen Rückgang erwarten. Uneinheitlich ist die Meinung hinsichtlich der Bewertung der Unternehmen. Während 22 % von einem Anstieg ausgehen, erwarten 17 % einen Bewertungsrückgang. Eher skeptisch blicken die deutschen Venture Capital-Geber auch auf das Verhalten der institutionellen Investoren: 44 % erwarten, dass die Limited Partners weniger in Venture Capital-Fonds mit Investitionsfokus Deutschland investieren werden, und nur 22 % gehen von einem Anstieg aus. Zudem rechnet ein Drittel damit, dass die institutionellen Investoren eher in anderen Ländern als Deutschland investieren. Kritik erntet auch das Umfeld für Venture Capital in Deutschland. So gelten die steuerlichen Rahmenbedingungen und unzureichende Gründungsaktivitäten (je 72 %) sowie die Schwierigkeit, erfolgreiche Exits durchzuführen (67 %), und das Fehlen einer etablierten Venture Capital-Szene (56 %) als wichtigste Gründe für ein nachteiliges Klima für Venture Capital in Deutschland. Angesichts dieser Situation fasst mehr als ein Drittel der Befragten auch steigende Investitionen außerhalb Deutschlands ins Auge. Als wichtigster Einflussfaktor, der hierzulande ein positiveres Venture Capital-Klima schaffen würde, gilt eine verbesserte Unternehmenslandschaft (72 %). Des Weiteren könnten durch die Regierung geförderte zunehmende Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung sowie die Verbesserung der steuerlichen Rahmenbedingungen für Venture Capital (je 61 %) dazu beitragen, die Situation für Venture Capital in Deutschland zu verbessern. Als die Branchen mit dem höchsten erwarteten Investitionswachstum werden Neue Medien / Soziale Netzwerke, Cleantech und Medizintechnik angesehen.
Der Armaturenhersteller Grohe – 2005 Auslöser der vom damaligen SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering aufgeworfenen Heuschreckendebatte – befindet sich auf Wachstumskurs. Grohe war vor einigen Jahren in die Schlagzeilen gekommen, als die Texas Pacific Group (TPG) das Unternehmen übernahm und es für den internationalen Wettbewerb neu ausrichten wollte. Heute zeigt sich, dass dieser Zielsetzung goldrichtig war: Trotz der Wirtschafts- und Finanzkrise und obwohl die Branche der Küchen- und Badarmaturenhersteller insgesamt Schwierigkeiten hat, den Marktrückgang des vergangenen Jahres von rund 20 Prozent aufarbeiten, steht das Private Equity-finanzierte Unternehmen gut dar: In Europa, wo immer noch mehr als 60 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet werden, nahm der Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr um 11 Prozent zu. Im amerikanischen Markt hat Grohe in den ersten sechs Monaten den Umsatz um 25 Prozent gesteigert, in Asien betrug das Plus 82 Prozent, im Mittleren Osten sogar 88 Prozent. Nach einem schwierigen Jahr 2009 ist Grohe damit auf dem besten Weg, das Erlösvolumen aus den Jahren 2007 und 2008 – jeweils etwas mehr als 1 Milliarde Euro – zu überbieten.
Hierzulande ist der Umsatz in etwa marktkonform um rund 190 Millionen Euro auf 825 Millionen Euro gesunken. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und sämtlichen Abschreibungen (Ebitda), das 2008 noch 216 Millionen Euro betragen hatte, ist in den ersten sechs Monaten 2009 auf 64 Millionen Euro eingebrochen. Aber das Unternehmen, dessen Stammwerk im sauerländischen Hemer steht, hat schon im zweiten Halbjahr die Kurve gekriegt. So musste kein einziger Mitarbeiter entlassen werden. Auch die Kurzarbeit in den Produktionsstätten und der Verwaltung ist Vergangenheit.
Laut Grohe-Chef David Haines ist eine gute Liquidität eine der Prioritäten, die seit der umfassenden Sanierung und Umstrukturierung im Jahr 2004 strikt verfolgt werden. Gefüllte Kassen ermöglichen es schließlich, eine kontinuierliche Entwicklung und Investitionen sicherzustellen. Dies wiederum schaffe die Basis für die angestrebten Marktanteilsgewinne. So habe Grohe auch in den schwierigen Jahren 2008 und 2009 jeweils etwa hundert Produkte am Markt neu eingeführt.