Private Equity für Arbeitnehmer
1,2 Millionen Beschäftigte in Private Equity-finanzierten Unternehmen
In Deutschland arbeiten rund 1,2 Millionen Menschen in Unternehmen, die einem Private-Equity-Investor gehören. Gehören Sie dazu?
In der Regel beschäftigen sich Arbeitnehmer mit dem Thema Private Equity erst, wenn sie damit selbst in Berührung kommen, wie die Mitarbeiter der Linde-Gabelstapler-Sparte Kion, die 2006 durch die Investoren KKR und Goldman Sachs gekauft wurde. Debitel, Rodenstock, Nordsee, Fielman oder Premiere – all diesen Unternehmen ist gemein, dass sie Private Equity-finanziert sind. Wenn ein Unternehmen von einem Private Equity-Investor übernommen wird, ist der Informationsbedarf bei den betroffenen Arbeitnehmern natürlich hoch. Die wenigsten wissen jedoch, wo sie sich zuverlässig und umfassend informieren können.
Private Equity-Investoren können sich auf verschiedene Arten an Unternehmen beteiligen. Bei jungen Unternehmen investieren sie beispielsweise Wagniskapital (auch Venture Capital genannt), um ein Wachstum zu ermöglichen. In diesem Fall bleiben sie aber immer Minderheitsgesellschafter. Bei einer Mehrheitsbeteiligung hingegen erwirbt der Investor die Mehrheit der Unternehmensanteile und wird damit neuer Eigentümer des Unternehmens.
Wichtig für Arbeitnehmer: Steigt ein Private Equity-Investor bei einem Unternehmen ein, bleiben die Arbeitsverträge bestehen. Dies gilt unabhängig von der Unternehmensform oder dem Grund des Verkaufs: Für mittelständische Unternehmen, deren Eigentümer seine Nachfolge regeln genauso wie für Unternehmen, die vom eigenen Management oder von einem internationalen Investor gekauft wurden.
Private Equity-Fonds investieren ihr Kapital in Familienunternehmen, Konzernabspaltungen, neu gegründete Firmen und vieles mehr. Durch ihre Beteiligung zielen sie auf eine Wertsteigerung des Unternehmens ab, um ihre Anteile nach einigen Jahren gewinnbringend zu verkaufen.
Ein Private-Equity-Investor ist bestrebt, den Wert des Unternehmens, in das er investiert hat, deutlich zu steigern. Diese Wertsteigerung ist nur möglich, wenn die Mitarbeiter dabei unterstützen. Die konkreten Entscheidungen, die das Unternehmen auf Erfolgskurs bringen sollen, sind selbstverständlich von Fall zu Fall verschieden. Dies kann zwar auch zu Rationalisierungsmaßnahmen führen. Dennoch gilt: Firmen mit Private-Equity-Investoren schaffen im Durchschnitt mehr Arbeitsplätze als Firmen, die nicht durch Private Equity finanziert werden.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass die meisten Private Equity-finanzierten Unternehmen neue Mitarbeiter einstellen, die überdurchschnittliche Entwicklungschancen haben. Denn der wichtigste Erfolgsfaktor eines Unternehmens sind und bleiben seine Mitarbeiter. Deren Motivation ist daher das oberste Gebot bei strategischen Neuausrichtungen durch das Unternehmensmanagement: Gerade in dieser Unternehmensphase werden Arbeitnehmer stets ein offenes Ohr für ihre Ideen finden und auch die Offenheit und Informationen einfordern können, die sie für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit benötigen.

Dass Private Equity-Investoren kein Interesse am Streichen von Arbeitsplätzen haben, veranschaulicht auch eine jüngst publizierte Studie, in der sich ein Forscherteam um Christian Andres von der Universität Bonn, mit den Aktivitäten der Private Equity-Investoren in Deutschland befasst hat. Die Studie mit dem Titel Economic Consequences of Private Equity Investments on the German Stock Market finden Sie im Expertise-Bereich dieser Website. Ein Interview mit Herrn Andres finden Sie unter: http://www.zeit.de/online/2008/05/interview-andres
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Um Sie als Arbeitnehmer umfassend zu informieren, haben wir Ihnen im Folgenden einige Informationen zu Private Equity und seinen Teilbereichen Buy-Outs/Mehrheitsbeteiligungen und Venture Capital/Wagniskapital zusammengestellt. Spezielle Informationen für Betriebsräte finden Sie hier.
Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema finden Sie in unseren FAQs. Gerne hilft Ihnen unser Expertenteam, dem Sie auch direkt Fragen stellen können.

