Private Equity für Politiker 

Private Equity investiert in Deutschland

Private Equity ist ein internationales Geschäft. Es macht nicht an den Grenzen einzelner Kontinente oder gar Länder halt. Die Anleger in Private Equity-Fonds finden sich auf der ganzen Welt – ebenso gibt es überall Beteiligungsgesellschaften, die in fast allen Ländern der Welt in die dort ansässigen Unternehmen investieren. Derzeit wird in Brüssel diskutiert, wie man die internationalen Finanzmärkte besser kontrollieren kann – eine offensichtliche Notwendigkeit. Obwohl Private Equity die Finanzkrise weder verursacht noch beschleunigt hat, steht die Branche Regulierungsbemühungen offen gegenüber. Die Regulierer müssen jedoch aufpassen: ignorieren sie den internationalen Charakter des Private Equity-Geschäftes, wird es ein böses Erwachen geben. Die internationalen Kapitalströme sollen zwar kontrolliert, aber nicht ohne Not eingeschränkt oder gar abgeschnitten werden. Europa braucht Wachstum. Wachstum braucht Kapital. Europa braucht mehr Private Equity.

Versicherungen, Banken und Pensionskassen setzen auf Private Equity

Versicherungen, Banken, Pensionskassen – sie alle gehören zu der Anlegergruppe, die als institutionelle Investoren bezeichnet wird. Ihnen ist gemeinsam, dass sie bei ihren Kunden Geld einwerben und es gebündelt auf dem Kapitalmarkt anlegen. So sammeln Pensionskassen monatliche Beiträge der Beschäftigten ein, auch Versicherungen erhalten von ihren Kunden Beiträge und Banken nehmen die Spareinlagen ihrer Bankkunden entgegen. Dieses Geld muss dann „arbeiten“, mit dem Ziel sich zu vermehren. Denn die Kunden erwarten schließlich auch eine angemessene Verzinsung.

Eine mögliche Anlage ist für diese professionellen Anleger die Investition in einen Private Equity-Fonds. Die wichtigste Rolle weltweit spielen dabei die Pensionskassen im angelsächsischen, aber auch asiatischen Raum. Sie legen Geld auf dem Kapitalmarkt an um eine möglichst hohe Rendite für die Pensionsgelder zu erzielen. In Deutschland gibt es aufgrund unseres umlagefinanzierten Rentensystems vergleichsweise wenige Pensionskassen. Deshalb müssen heimische Private Equity-Fonds ihr Kapital auch bei ausländischen Investoren einwerben.

Der Anlagezeitraum geht bei Private Equity meist über zehn Jahre. Die Investoren erklären sich bereit, das zugesagte Kapital den Fondsmanagern „auf Abruf“ zur Verfügung zu stellen. Dies geschieht, wenn die Private Equity-Gesellschaft ein Unternehmen gefunden hat, in das investiert werden soll. Private Equity-Gesellschaften kaufen mit dem Kapital der institutionellen Investoren Anteile von nicht-börsennotierten Unternehmen, von denen sie glauben, dass diese mit dem notwendigen Kapital und einem Mehr an Know-how wachsen und an Wert gewinnen. Wenn dieses Ziel nach durchschnittlich fünf bis sieben Jahren erfüllt ist, werden  die Unternehmen mit Gewinn verkauft oder an die Börse gebracht. Von dem Verkaufserlös nach Abzug der Schulden werden zunächst die Einlagen der Investoren zurückgezahlt. Wurde eine Rendite erwirtschaftet, fließt auch diese an die Investoren. Die Renditen durch Private Equity sichern somit vielen Arbeitnehmern die Rente und den Versicherten ihre Leistungen. Wenn der Fonds schließlich eine Mindestverzinsung erzielt, erhalten auch die Private Equity-Manager einen Anteil am Kapitalgewinn, da auch sie sich mit eigenem Kapital am Fonds beteiligt haben.

Neben einer direkten Investition in einen Fonds können Mittel auch über einen Dachfonds oder über börsennotierte Private Equity-Gesellschaften angelegt werden. Ein Vorteil des sogenannten „Listed Private Equity“ besteht für die Investoren in der Möglichkeit, die Anteile jederzeit über die Börse wieder verkaufen zu können. Dies ist bei klassischen Private Equity-Fonds nicht möglich. Das meiste Kapital fließt jedoch nach wie vor von institutionellen Investoren direkt in Private Equity Fonds.

Regulierung muss Internationalität von Private Equity berücksichtigen

Die Geschäftsmodelle aller Finanzmarktakteure wurden im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise hinterfragt. Das ist verständlich, schließlich hat die Krise für viel Ernüchterung im Hinblick auf die Stabilität der Finanzsysteme gesorgt. Deswegen verwundert auch der Ruf nach Regulierung nicht. Eine Regulierung muss jedoch immer sachgerecht und verhältnismäßig sein. Die Medizin zur Stabilisierung des Finanzkreislaufes darf den behandelten Patienten mit seinen Nebenwirkungen nicht umbringen. Durch Private Equity fließen Milliardenbeträge in die deutsche Volkswirtschaft. Es ist Kapital, das keine Finanzmarktkrisen verursacht, sondern deutsche Unternehmen stärker macht. Die Kapitalmärkte müssen dafür offen bleiben. Eine Einschränkung der Investitionsmöglichkeiten von europäischen institutionellen Investoren in internationale Private Equity-Fonds wäre nicht nur für die Branche selbst, sondern auch für  ihre Investoren und damit die vielen Sparer und Versicherten fatal. Andere Wirtschaftsräume würden nachziehen. Leidtragende wären dann auch die deutschen Private Equity-Fonds und letztlich die deutschen Unternehmen, da ausländisches Kapital dann ebenfalls nur noch begrenzt nach Deutschland gelenkt werden könnte. Auch deshalb setzt sich der BVK dafür ein, Regulierungen der Finanzmärkte nicht nur auf EU-Ebene sondern weltweit eng abzustimmen.

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Im Folgenden haben wir Ihnen einige Informationen zu Private Equity und seinen Teilbereichen Buy-Outs/Mehrheitsbeteiligungen und Venture Capital/Wagniskapital zusammengestellt.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema finden Sie in unseren FAQs. Gerne hilft Ihnen unser Expertenteam, dem Sie auch direkt Fragen stellen können.



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