Case Study: Q-Cells 

Apax Fonds beteiligt sich am Solarzellenhersteller Q-Cells und bringt das Unternehmen nach 18 Monaten an die Börse

  • Ausbau des mittelständischen Unternehmens zu einem führenden, globalen Technologie-Anbieter
  • 700 neue Arbeitsplätze in Ostdeutschland
  • Größter Kapitalgewinn einer deutschen Beteiligungsgesellschaft mit einer einzigen Beteiligung seit der Internet-Euphorie der 90er Jahre

Im Frühjahr 2004 beteiligte sich der Beteiligungsfonds Apax Europe V an dem ostdeutschen Solarzellen-Hersteller Q-Cells. Bereits 18 Monate nach der Beteiligung wurden die Aktien des Technologieunternehmens an der Deutschen Börse eingeführt. Zur Emission waren die angebotenen Aktien 40fach überzeichnet. In den folgenden fünf Monaten nach dem Börsengang stieg der Wert des Unternehmens um nahezu 100 Prozent.

Der Apax-Fonds realisierte mit dieser Transaktion den größten Kapital-Gewinn, der einer europäischen Beteiligungsgesellschaft mit einer einzigen Beteiligung seit der Internet-Euphorie der 90er Jahre gelang. Die Transaktion zeigt jedoch nicht nur, welches Rendite-Potenzial die Finanzierung innovativer Technologie-Unternehmen birgt. Zugleich wird deutlich, dass sich richtig aufgestellte, junge Unternehmen auch an deutschen Börsen ausreichend Kapital beschaffen können, mit dem sie weiteres Wachstum sicherstellen und damit selbst in strukturschwachen Regionen zahlreiche Arbeitsplätze schaffen.

Nicht zuletzt demonstriert die Q-Cells-Transaktion in vorbildlicher Weise, welche nicht-finanzielle Unterstützung die Apax-Portfoliounternehmen durch die Expertise der Apax-Fonds erhalten. WesentlicheVoraussetzung für den erfolgreichen Börsengangvon Q-Cells war die rasche Ausrichtung des mittelständischen Unternehmens zu einem führenden, globalen Technologie-Anbieter. Bei der Umsetzung dieser Strategie spielte das Technologie-Wissen der Apax-Fonds eine entscheidende Rolle.

Die Ausgangslage

Die Unternehmensgeschichte von Q-Cells beweist, dass deutsche Ingenieure weiterhin zur Weltspitze gehören. Ende 1999 gründeten auf Solar-Technologie spezialisierte Wissenschaftler und ein ehemaliger McKinsey-Berater, ebenfalls Diplom-Ingenieur, das Unternehmen in dem strukturschwachen Dreieck Berlin, Magdeburg, Leipzig.

Bereits zwei Jahre nach der Gründung nahm Q-Cells mit damals noch 19 Mitarbeitern die Produktion von multikristallinen Silizium-Wafer-basierten Solarzellen auf. Knapp zwei Jahre später wurde die zweite Fabrik in Betrieb genommen. Keine fünf Jahre nach der Unternehmensgründung zählte das schnell wachsende Unternehmen zu den führenden Solarzellenherstellern der Welt.

Der Vorsprung von Q-Cells vor seinen Mitbewerbern beruht auf stetigen technologischen Fortschritten und ihrer schnellen Umsetzung. Dennoch zeichnete sich aus Sicht von Apax bereits im Jahr 2004 ab, dass Q-Cells im Kampf mit seinen mächtigen Konkurrenten in Fernost und USA nur dann dauerhaft bestehen kann, wenn schnell die entscheidende kritische Unternehmensgröße erreicht würde. Aus dem innovativen Mittelständler musste der größte unabhängige Solarzellenhersteller der Welt werden. Nur mit einem Börsengang konnte dieses hohe Ziel verwirklicht werden.

Dass es sich bei der Solarzellen-Produktion um ein Geschäftsfeld mit ausgezeichneten Zukunftschancen handelte, wurde den Apax-Technologie-Experten nach eingehender Analyse bewusst. So war es nicht nur die bereits in Deutschland eingesetzte staatliche Förderung der Photovoltaik sowie ähnliche Pläneanderer europäischer Staaten, die für ein Engagement bei einem Solarzellen-Hersteller sprachen. Vielmehr sprachen aus Sicht der vorausschauenden Analyse der Apax Fonds das sich breiter etablierende öffentliche Bewusstsein über die sich abzeichnenden zunehmenden Engpässe auf den Öl- undErdgasmärkten für eine Beteiligung an Q-Cells. Nur wenige andere Investoren erkannten zum damaligen Zeitpunkt das immense Wachstumspotenzial derSolarzellen-Branche.

Die Transaktion

Im März 2004 beteiligte sich Apax Europe V mit einer Investition von 11,5 Millionen Euro an Q-Cells. Die Beteiligung erfolgte über eine Kapitalerhöhung und durch die Übernahme der Anteile von bestehenden Gesellschaftern. Zum Zeitpunkt der Apax-Beteiligung zählten zum Eigentümerkreis des Unternehmensneben den Unternehmensgründern zwei private Investoren, die Beteiligungsgesellschaft des Landes Sachsen-Anhalt sowie die DKB.

Ziel der Apax-Beteiligung war es von Anfang an, das Unternehmen möglichst schnell fit für einen Börsengangzu machen, um rasch die Mittel für den schnellen weiteren Kapazitätsausbau sowie Investitionen in weitere Technologie-Diversifikation zur Verfügung zu stellen.

In den 18 Monaten zwischen Apax-Beteiligung und erster Börsennotiz verfeinerten die Unternehmensgründerdie künftige Wachstumsstrategie, vervollständigten die Q-Cells-Führungsmannschaft mit neuen, externen Managern und trafen zahlreiche zukunftsorientierte Investitionsentscheidungen.

Beim Börsengang im Oktober 2005 verkaufte Apax Europe V zunächst nur zehn Prozent seiner Anteile. Im Januar 2006 veräußerte der Apax-Fonds nach starker Nachfrage über eine von den Konsortialbanken organisierte Auktion einen Großteil seiner restlichen Anteile an mehrere Fondsgesellschaften und andere institutionelle Investoren.

Die Abgabe der Aktien erfolgte in Absprache und mit Zustimmung der Konsortialführer.

Q-Cells erzielte mit dem Börsengang einen Netto-Emissionserlös in Höhe von rund 242 Millionen Euro und konnte mit diesen Mitteln sein ambitioniertesWachstumsprogramm fortsetzen.

Das neue Unternehmen

Das von Apax im Jahr 2004 erwartete Ziel wurde in knapp zwei Jahren erreicht: Weltweit ist Q-Cells heute der größte unabhängige Solarzellen-Hersteller. Bereits im Frühjahr 2006 verfügt das Unternehmenüber einen Marktwert von mehr als zwei Milliarden Euro. Als eines der am schnellsten wachsenden Unternehmen Europas, konnte Q-Cells zudem innerhalb kurzer Zeit in einer strukturschwachen Regionin Ostdeutschland über 700 Arbeitsplätze schaffen.

Mit Joint Ventures und weiteren Beteiligungen anTechnologieunternehmen festigt Q-Cells seit dem Börsengang seine Position als Technologieführer unter den Herstellern von Solarzellen. Neben der Produktion von Photovoltaik-Zellen auf Basis der Siliziumwafer-Zelltechnologie sollen gemeinsam mit Partnern weitere Photovoltaik- Technologien kommerzialisieren werden.

Dazu beteiligte sich Q-Cells 2004 an der CSG SolarAG mit 23 Prozent. Die strategische Partnerschaft dient der Entwicklung und Produktion von Solarmodulen nach dem von der australischen PacificSolar Ltd. entwickelten CSG-Verfahren. Diese neue Photovoltaik-Technologie verbindet die Vorteile siliziumbasierter Verfahren mit den Vorzügen der Dünnschicht. Apax Europe V ist ebenfalls an CSG beteiligt.

EverQ, das im Januar 2005 gegründete Joint Venture mit der amerikanischen Evergreen Solar Inc.,verfolgt das Ziel, Wafer, Zellen und Module, die auf String-Ribbon-Technologie basieren, herzustellen. Wesentlicher Vorteil dieser Technologie ist der im Vergleich zur siliziumwaferbasierten Technologie geringere Siliziumverbrauch.

Zudem verfolgt Q-Cells hausintern mit der größten F&E Mannschaft in der europäischen PV Industrieeine Reihe von weiteren mittel- und langfristigenTechnologieprojekten.



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