Beispiel: Grohe 

Der grösste deutsche Hersteller von Sanitäramaturen, GROHE, erzielte im Geschäftsjahr 2007 erstmals in der Unternehmensgeschichte mehr als 1 Milliarde Euro Umsatz und setzte seine Erfolgsgeschichte auch 2008 fort. Auch in 2008 hat Grohe das EBITDA-Wachstum fortsetzen können und das konsolidierte Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern um über 6% auf €216 Millionen (vorl.) nach €203 Millionen im Vorjahr steigern können. Der konsolidierte Umsatz blieb gegenüber 2007 mit €1,01 Milliarden (vorl.) trotz Wirtschaftskrise annähernd konstant. Somit erwirtschaftete das Unternehmen eine operative Marge von fast 21% (2007: 20%). Die Barmittel wurden auf hohem Niveau gehalten und beliefen sich zum Ende des Jahres auf €275 Millionen. Im deutschen Markt legte Grohe im Umsatz um 6% kräftig zu und konnte deutlich Marktanteile hinzugewinnen. Die Erfolgsgeschichte wird damit seit mehreren Jahren fortgeschrieben.

Sie ist Ergebnis eines intensiven  Transformationsprozesses, der Mitte 2005 begann und das Unternehmen – schon immer für  beste Wertarbeit und für innovative Badezimmerkultur bekannt – von Grund auf änderte. Noch Anfang des Jahrzehnts fiel es GROHE zunehmend schwer, einer Reihe von negativen Faktoren – Konjunkturschwäche, aggressiver Wettbewerber aus Fernost, explodierenden Rohstoffpreise und einbrechende Baubranche – Paroli zu bieten. Es war klar: GROHE musste sich schlanker, entscheidungsschneller, und kostengünstiger aufstellen – und internationaler werden: 82% des Umsatzes erzielt GROHE außerhalb Deutschlands, doch die Kostenstruktur war bis 2005 vor allem durch deutsche Fabrikation geprägt.

„Als wir 2004 bei GROHE mit einem Anteil von 50% einstiegen, wussten wir, dass vor allem in die Marke ,ein Juwel der deutschen Wirtschaft investierten, „sagte Dr. Matthias Calice, der für die internationale Beteiligungsgesellschaft TPG im GROHE-Aufsichtsrat sitzt. „Wir wußten aber auch, dass Grohe nur dann mittelfristig erfolgreich sein kann, wenn entscheidende Weichen gestellt werden.“

Sobald die Weichenstellungen im Sommer 2005 publik wurden, entfachte sich ein Proteststurm – obwohl Management, Betriebsrat und Investoren sich über die Notwendigkeit dieser Maßnahmen einig waren.  Inzwischen ist allen Beobachtern klar, dass die damals ergriffenen Maßnahmen Basis für die jetztige Erfolgsgeschichte waren. Heute sind immer noch 2.300 Mitarbeiter der Gesamtbelegschaft von 5.000 Menschen in Deutschland für GROHE tätig. Die Vorwürfe des Rückzugs aus dem Heimatmarkt stellten sich schnell als Polemik heraus. GROHE ist auch heute mit Abstand größter Arbeitgeber in der deutschen Sanitärindustrie.

Die Transformation von GROHE, die der Vorstandsvorsitzende David J. Haines und sein Team einleitete, verhilft dem Unternehmen seit zweieinhalb Jahren zu wesentlich über dem Branchenschnitt liegenden Wachstumsraten und Zugewinnen bei Marktanteilen:

  • Produktentwicklung und Design wurden revitalisiert; inzwischen werden 54% des Umsatzes mit Produkten realisiert, die nicht älter als 3 Jahre sind.
  • Der Vertrieb wurde professionalisiert und die Vertriebsstruktur grundlegend globalisiert. GROHE bearbeitet heute die internationalen Märkte aus 12 Vertriebsregionen heraus.
  • In den Jahren 2007/2008 wurde die Produktion in den drei deutschen Werken mit Investitionen von €25 Millionen in den Maschinenpark bei laufendem Betrieb auf modernste Standards umgestellt.
  • Mit einer bis 2014 über zwei Anleihen gesicherten, soliden Finanzierung und einem vielfach verbesserten Cash Flow ist GROHE für den Konsolidierungsprozess der Sanitärbranche bestens gerüstet.
  • Die Investoren entnahmen keine Dividende, steigerten die Investitionen massiv und standen dem Management bei seinem Expansionskurs stets zur Seite.

„Im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern profitiert GROHE heute davon, frühzeitig Kostenprogramme aufgelegt und die Restrukturierung der Produktion eingeleitet zu haben. Wir sind heute besser aufgestellt und kraftvoller als jemals zuvor und können die gegenwärtige globale Wirtschaftskrise als Chance nutzen. Wir haben in weniger als drei Jahren aus einem deutschen Exporteur einen Global Player gemacht und so unseren Unternehmenswert deutlich gesteigert. Die Arbeit der letzten drei Jahre gibt GROHE wieder eine gesicherte Zukunft“, so David J. Haines.



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