Ausprägungen 

Mehrheitsbeteiligungen sind immer mit Fremdkapitalanteilen verbunden, die der Investor zur Ergänzung des eigenen Kapitals von Banken zur Verfügung gestellt bekommt. Bei den so genannten Leveraged-Buy-Outs (LBO) wird die Unternehmensübernahme zu einem hohen Prozentsatz mit Hilfe von Fremdkapital finanziert. Hieraus ergibt sich für den Investor eine besondere Gewinnchance – den so genannten Leverage Effekt: Je höher der Anteil von vergleichsweise preiswertem Fremdkapital, desto höher die Rendite auf das investierte Eigenkapital. Die Entscheidung über die Mischung aus Fremd- und Eigenkapital wird dabei von folgenden Faktoren bestimmt:

  • Der Qualität und den Geschäftsaussichten der erworbenen Unternehmen
  • Dem Preis und der Verfügbarkeit (Liquidität) von Fremdkapital

Bei dieser Finanzierungsvariante liegt es jedoch im Eigeninteresse des Private Equity-Investors als Gesellschafter eines Unternehmens, dieses nicht zu überschulden. Denn dies hätte negative Auswirkungen auf seine Investitionen. Davon abgesehen, haben auch die kreditgebenden Banken mitzureden: Sie verweigern Finanzierungen, die von einem Unternehmen nicht getragen werden können. Auch das Management des Unternehmens wird im Rahmen der Mehrheitsbeteiligung beteiligt. Erwirbt das Management mit Hilfe eines Private Equity-Investors selbst Unternehmensanteile, spricht man von einem Management-Buy-Out (MBO). Unter einem Management-Buy-In (MBI) hingegen wird der Erwerb eines Unternehmens mit Hilfe eines externen Managements verstanden. In jedem Fall sorgt die Beteiligung des Managements für eine besondere Motivation und Identifikation mit dem Unternehmen, denn die Anteilsinhaber sind ab sofort nicht mehr nur Angestellte ihres Unternehmens, sondern selbst Unternehmer.

Investition auf Zeit

Unabhängig von der Form einer Mehrheitsbeteiligung und der konkreten Finanzierung investieren die Kapitalgeber mittelfristig in das jeweilige Unternehmen: Sie erwerben die Unternehmensanteile auf Zeit, um sie je nach Investitionsstrategie nach zwei bis fünf Jahren wieder mit Gewinn zu verkaufen. Erst zu dem Zeitpunkt an dem die Wertsteigerung des Unternehmens gelungen ist, realisieren die Investoren ihren Gewinn.



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