Beispiel: DocMorris 

Mit Konzentration zum Marktführer

 

Unternehmen Doc Morris
Branche Versandhandel
Finanzierungsanlass Gründung
Beteilgungsvolumen

 

niedriger, zweistelliger Millionenbereich

Beteilungszeitraum 1999-2004
Mitarbeiter 2000: 5
Mitarbeiter 2007: 330
Umsatz 2000: 20,5 Mio Euro
Umsatz 2006: 178 Mio. Euro
Weblink www.docmorris.com

Es war nicht weniger als ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes, das die Weichen für den Erfolg der Internetapotheke DocMorris stellte und eine der beeindruckendsten Erfolgsgeschichten des Internethandels ermöglichte. 2003 erklärte das Gericht den bis dahin umstrittenen Versand von Medikamenten innerhalb der Europäischen Union auch über Ländergrenzen hinweg als rechtmäßig. Es gab damit der Versandapotheke DocMorris nicht nur Rechtssicherheit, sondern ermöglichte ihr ganz nebenbei auch noch den geschäftlichen Durchbruch.

Schon vier Jahre zuvor war der Private Equity-Investor Neuhaus Partners aus Hamburg bei DocMorris eingestiegen. Anfangs existierte lediglich ein Businessplan und erste Finanzierungsanfragen bei Banken hatten nur zu einem Kopfschütteln geführt. Dr. Neuhaus war also im wahrsten Sinne des Wortes ein Wagniskapitalgeber.

Ausschlaggebend für seine Investitionsentscheidung war das außergewöhnliche Gründerteam: Ein Apotheker und ein IT-Spezialist hatten sich zusammengetan, um als Pioniere einen starren Markt aufzubrechen und Medikamente zukünftig online zu verkaufen: ein absolutes Novum. Das Wachstumspotenzial im 30 Milliarden schweren Arzneimittelmarkt war enorm: Bereits ein Anteil von nur wenigen Prozent versprach millionenschwere Umsätze. Doch die Apothekerverbande wehrten sich gegen das neue Geschäftsmodell von DocMorris. Unfreiwillig verhalfen ihre Klagen v.a. zu einer langfristigen, öffentlichen Diskussion um die Liberalisierung des Medikamentenmarktes.

Wie heftig diese Auseinandersetzung war, beweist u.a. der Eklat im Rahmen des größten deutschen Gründerwettbewerbs „Start up“ 2003. Ralf Dainghaus, Gründer von DocMorris, wurde auf der Veranstaltung als Visionar geehrt. Die vielen Klagen gegen den Gewinner führten jedoch dazu, dass der damalige Bundespräsident Johannes Rau von seiner Schirmherrschaft zurücktrat.

Neben dem Wachstumspotential waren für den Investor aber auch andere Faktoren ausschlaggebend. Vor seiner Beteiligungsentscheidung prüfte Neuhaus Partners, inwieweit das Gründerteam bereit war, nicht nur das Kapital, sondern auch seine Beratung in Anspruch zu nehmen. Schon bald wurde dem Investor ein Anlass gegeben, sein Know-How unter Beweis stellen.

Nach einem Auftritt des Gründers bei Stern TV stiegen die Umsätze plötzlich dramatisch an. Die Folge: DocMorris brauchte dringend eine neue Logistik. Der Investor vermittelte einen Experten als Interimsmanager, der die Aufgabe schnell bewältigte. Die Personalkosten, die nicht im Businessplan vorgesehen waren, konnten von den steigenden Umsätzen problemlos finanziert werden.

Seit DocMorris Medikamentenlieferungen sogar direkt mit den Krankenkassen abrechnet, hat sich der Umsatz innerhalb von nur einem einzigen Jahr mehr als vervierfacht. Das Jahr 2006 schloss DocMorris mit einer Bilanz, die sich durchaus sehen lassen kann: 800.000 Kunden, davon über 100.000 neue Kunden, 178 Millionen Euro Umsatz, und folglich 17 Prozent Umsatzplus im Vergleich zum Vorjahr.

Mehr Informationen

Wir haben Ihnen im Folgenden einige Informationen zu Private Equity und seinen Teilbereichen Mehrheitsbeteiligungen und Wagniskapital zusammengestellt. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema finden Sie in unseren FAQs . Gerne hilft Ihnen unser Expertenteam, dem Sie auch direkt Fragen stellen können.



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